Reinach

Aus für Shisha-Lounge: Das «Glashaus» ist nur noch am Samstag offen

Das «Glashaus» in Reinach.

Das «Glashaus» in Reinach.

Das Reinacher «Glashaus» richtet sich neu aus: Der Klub konzentriert sich neu auf Firmenevents und die grossen Partys am Samstag, die Shisha-Lounge wird geschlossen. Das kostet drei Angestellten den Job.

Beim Reinacher Partytempel Glashaus geht es drunter und drüber. Am Freitag haben mehrere Mitarbeiter des Klubs die Kündigung erhalten. Betroffen sind drei Personen mit einem gemeinsamen Pensum von 250 Prozent. Die Geschäftsleitung hatte kurz zuvor beschlossen, den Sieben-Tages-Betrieb per sofort einzustellen. Das «Glashaus» ist damit ab dieser Woche nur noch von Donnerstag bis Sonntag geöffnet. Wegen Kündigungsfristen und Ferienansprüchen der betroffenen Angestellten wird später der Betrieb schrittweise reduziert: Ab Juni fällt auch der Donnerstag weg; mit Beginn der Sommerpause im Juli wird dann der Barbetrieb der Shisha-Lounge ganz eingestellt.

Nicht betroffen von diesen einschneidenden Massnahmen sind die grossen Partys vom Samstagabend, wie die Geschäftsleitung auf der Facebook-Seite des Reinacher Klubs schreibt. Diese über die Region hinaus bekannten Events finden auch nach der Sommerpause wie gewohnt statt. Auch die Geschäftsessen für externe Firmen werden weiterhin durchgeführt.

Schockiert über Brief

Damit bleibt beim «Glashaus» kaum ein Stein auf dem anderen. Was ist passiert? Laut Geschäftsleitung ist vergangene Woche ein Brief vom Reinacher Gemeinderat ins Haus geflattert. In diesem wurde das «Glashaus» Reinach sowie ein weiteres Lokal in der Nachbarschaft informiert, dass sich Nachbarn bei der Gemeinde über Lärmbelästigungen beklagt haben. Der entsprechende Brief der Nachbarn lag dem gemeinderätlichen Schreiben bei, dies mit der Bitte um eine Stellungnahme.

Das kam im «Glashaus» gar nicht gut an. «Uns hat dieser Unmut der Umgebung/Region schwer schockiert, da wir vorgängig wenigstens ein Telefon erwartet hätten, um eine Lösung für die Beschwerden zu finden», kritisiert die Geschäftsleitung auf Facebook. Man verurteile dieses Verhalten zutiefst. «Wir sehen deshalb auch keinen Grund, weiterhin so engagiert für die Umgebung aktiv zu sein», das heisst der Region ein «schönes Lokal zu bieten, wo man sieben Tage die Woche anständig und in guter Atmosphäre eins trinken und feiern kann».

Mehr Firmenevents geplant

Dieser radikale Schnitt hat wiederum Irritationen unter den Besuchern des Klubs ausgelöst. «Deswegen muss man doch nicht gleich den Laden dichtmachen», schreibt ein Gast auf Facebook. Ein anderer kritisiert, man mache es sich damit sehr einfach.

Die Lärmklagen sind nicht der einzige Grund, warum die Geschäftsleitung die Shisha-Lounge aufgibt. «Ich bin beruflich stark ausgelastet und mein Studium braucht viel Zeit», sagt Geschäftsführer Alan Weber. «Weil sich nun zusätzlich Probleme mit den Nachbarn abzeichnen, reduzieren wir den Betrieb.» Das «Glashaus» habe sich zudem seit der Gründung immer wieder verändert: 2005 als Eventlokal mit Konzerten und Businessevents gestartet, wurden an den Wochenenden immer mehr Partys durchgeführt. Ende 2013 musste dann der Partyabend am Freitag wegen Schlägereien und Sachbeschädigungen gestrichen werden. Das «Glashaus eröffnete stattdessen die ruhigere Shisha-Lounge, die bald sieben Tage die Woche geöffnet wurde.

Jetzt ist es mit der Shisha-Bar vorbei. Auch wenn der Verlust von Bar und Arbeitsplätzen die Leitung des Reinacher Klubs schmerzt, hat dies laut Alan Weber nicht nur Nachteile. Denn das «Glashaus» konzentriere sich nebst den Samstagabend-Partys seit ein paar Jahren vermehrt auf Firmenevents.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1