Teufenthal
Aus «Dreck» wird Kunst – Kunstausstellung «Art Feldmatte» schon zum vierten Mal

Die Reinacher Künstlerin Marianne Döbeli stellt an der vierten «Art Feldmatte» erdfarbene Pigmentbilder aus.

Sibylle Haltiner
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Reto und Esther Baumann, Marianne Döbeli und Urs Kyburz (von links).

Reto und Esther Baumann, Marianne Döbeli und Urs Kyburz (von links).

Sibylle Haltiner

Ihre Materie ist die Erde. Marianne Döbeli (72) verwendet für ihre Bilder beinahe ausschliesslich Erdpigmente. «Ich will das Material mit den Händen spüren und auch riechen», erklärt sie beim Einrichten der Ausstellung «Art Feldmatte», die am Wochenende stattfindet.

Dort wird die Reinacherin ihre Werke ausstellen und den Besucherinnen und Besuchern zeigen, dass Erde nicht gleich Erde ist. Denn Marianne Döbelis Bilder sind in Rot- und Ockertönen gehalten, aber auch in Schwarz, Grau oder Gelb. Die Erde sammelt sie jeweils selbst und bewahrt sie bis zur Verwendung zu Hause in Gläsern auf, fein säuberlich angeschrieben. Viele Pigmente stammen aus dem Süden, vorzugsweise aus einer stillgelegten Bauxitgrube in Süditalien. «Aber ich verwende auch Erde aus Reinach, wo ich wohne», erzählt die ehemalige Handarbeitslehrerin. Nur für die Blautöne verwendet sie das pflanzliche Indigo oder Ultramarinasche, ein Produkt, das bei der Bearbeitung von Lapislazuli – einem blauen Mineralstein – entsteht.

Die Bilder brauchen Zeit

Das Arbeiten mit Erdpigmenten erfordert viel Geduld. Die Erde wird gemahlen, je nach Verwendung fein oder gröber, dann mit Wasser benetzt. Anschliessend gibt Marianne Döbeli sogenannten Hasenleim, einen Haut- und Knochenleim, dazu, damit sich die Farbe auftragen lässt. Jede Farbschicht muss sie drei Tage trocknen lassen. «Der Vorteil des Hasenleimes ist, dass er nicht glänzt», erklärt die Künstlerin. «Der Erdton soll bleiben und die Farben ähnlich aussehen wie in der Natur.»

Mit ihren Werken möchte die 72-Jährige auch die Erde, den «Dreck» aufwerten. «Sehen, worauf wir gehen» ist eines ihrer künstlerischen Leitmotive. Deshalb will sie in ihren Bildern keine Motive darstellen, einfach «Erde, aus Erde gemalt» sollen sie sein.

Objekte harmonisch vereint

Die Kunstausstellung «Art Feldmatte» findet bereits zum vierten Mal in den Räumen der Autogarage Frei im Industriegebiet Feldmatte statt. Die Organisatoren Esther und Reto Baumann haben neben Marianne Döbeli noch drei weitere Künstler eingeladen.

Barbara Glünkin (Reiden) zeigt Filzobjekte, Urs Kyburz (Zofingen) Glaskunst und Thomas Hächler (Aarau Rohr) Drechslerarbeiten. «Die verschiedenen Objekte harmonieren sehr gut miteinander, sie sind nicht wild zusammengewürfelt, sondern erzeugen eine Synergie», erklären Reto und Esther Baumann, die selbst Eisenskulpturen beziehungsweise Schmuck ausstellen. Eine kulinarische Ergänzung erhält die Kunstausstellung durch Modestino Capilato, der Weine aus Spanien, Italien und der Schweiz zum Degustieren bereitstellt.

Art Feldmatte,

In der Industrie Feldmatte, Teufenthal:

Freitag, 19. Oktober, 19 – 22 Uhr

Samstag, 20. Oktober, 14 – 20 Uhr

Sonntag, 21. Oktober, 11 – 17 Uhr;