Menziken
Aufwertung des Dorfplatzes Menziken mit urbanen Bauten

Die Eigentümerschaft des Waag-Areals hat das Ergebnis ihres Studienauftrages vorgestellt: den Woog-Park. Wird das Projekt umgesetzt, wird das Hotel Waag abgerissen und durch zwei Neubauten mit Wohnungen, Büros und Gewerberäume ersetzt.

Peter Siegrist
Merken
Drucken
Teilen
Visualisierung des Siegerprojektes im Studienauftrag zur Neugestaltung des Waag-Areals im Menziker Dorfzentrum.

Visualisierung des Siegerprojektes im Studienauftrag zur Neugestaltung des Waag-Areals im Menziker Dorfzentrum.

zvg

Das Dorfzentrum beim Waag-Platz könnte schon bald ein völlig neues Gesicht erhalten. Der Eigentümer des Waag-Areals, Marcus Elliker, hat die Ergebnisse des von ihm initiierten Studienauftrags zur Neugestaltung des Areals präsentieren lassen. Vier eingeladene Architekturbüros hatten je ein Projekt eingereicht. Den Sieg davongetragen hat das Büro Ernst Niklaus Fausch, Architekten ETH/SIA GmbH aus Aarau.

Das Projekt Woog-Park sieht vor, das bisherige Hotel Waag abzubrechen und durch zwei mehrgeschossige Neubauten zu ersetzen. Gedacht ist eine gemischte Nutzung mit Wohnungen in beiden Gebäuden und Gewerbe/Büroräumen für Dienstleister im Untergeschoss. Alle öffentlichen Nutzungen werden vom Dorfplatz her erschlossen, alle Wohnungen vom südlichen und westlichen Gartenraum her.

Interesse bei Bank und Gemeinde

Wie die Visualisierung (oben) zeigt, ist das Provisorium der Hypothekarbank Lenzburg verschwunden, dafür prangt das Logo der Bank über der Eingangstür des rechten Gebäudes. «Wir sind interessiert und in die weitere Planung involviert», sagt Marianne Wildi, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Hypothekarbank. Im gleichen Gebäude ist im Erdgeschoss auch von einem Restaurant die Rede.

Dem zweiten mehrgeschossigen Gebäudekörper ist ein verbindender Parterre-Vorbau angegliedert, der ebenfalls für Büros genutzt werden könnte. Auf der Visualisierung steht über dem Portal schon einmal «Gemeindeverwaltung». Dazu sagt Gemeindeammann Annette Heuberger: «Menziken ist interessiert an weiteren Büroräumen, im Gemeindehaus stossen wir räumlich an Grenzen. Zusätzliche Räume in unmittelbarer Nachbarschaft wären eine gute Option.» Mehrere Vertreter der Gemeinde hätten auch als Mitglieder mit beratender Stimme im Begleitgremium des Architekturwettbewerbes mitarbeiten können. «So konnten wir Wünsche und Anliegen der Gemeinde direkt einbringen», sagt Heuberger.

Ab erstem Wohngeschoss sind beide Neubauten auf das Wohnen ausgerichtet. Die Dachgeschosse beider Gebäude werden mit Attikawohnungen ausgestaltet.

Wie das «Wynentaler Blatt» (WB) berichtete, sind für das Projekt Investitionen von gegen 20 Millionen Franken erforderlich. Der Zeitplan sei durchaus ehrgeizig, die Bauherrschaft wolle dieses Jahr die Planung bis zur Baueingabe vorantreiben und rechne mit der Baubewilligung im Frühjahr 2015. Dann soll umgehend zum Spatenstich angesetzt werden. Ein Bezug der Neubauten könnte frühestens 2017 erfolgen, so das WB weiter.

In seiner Schlussbeurteilung äussert der Leiter der Jury, Hansueli Remund, Luzern: «Insgesamt überzeugt das Projekt durch die robuste und verblüffend einfache Grundkonzeption, welche einerseits alle Sachzwänge des Ortes und des Programms fast spielerisch eliminiert und andererseits für alle Bereiche gute und flexible Nutzflächen anbietet.»

Die Vorgeschichte der Waage

2011 stand das markante Gebäude im Dorfzentrum von Menziken zum Verkauf an. Eigentümer Marcus Elliker hatte es der Gemeinde angeboten. Die Gemeindeversammlung vom 15. Juni hatte denn auch dem Kauf zugestimmt. Die Gemeinde hatte vor Zone öffentlicher Bauten zu arrondieren und die Waage neu zu nutzen.

Weil der damalige Vertrag für die Gemeinde den gleichzeitigen Verkauf von zwei Landparzellen an den Waag-Eigentümer zum Inhalt hatte, hatten nach der Gemeindeversammlung Gegner dieser Vorlage das Referendum ergriffen und eine Volksabstimmung verlangt. Am 18. September 2011 lehnte daraufhin der Menziker Souverän den Waag-Kauf an der Urne ab.