Oberkulm
Aufstockung des Schulsozialarbeits-Pensum deutlich abgelehnt

In der Referendumsabstimmung folgten die Oberkulmer dem Gemeinderat und verweigerten mit 61%-Neinstimmen rund 34000 Franken für einen Ausbau der Schulsozialarbeit. Nun wird es für die Schüler in Oberkulm, Unterkulm und Teufenthal kompliziert.

Sabine Kuster
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Die Schulsozialarbeit befindet sich am Oberstufen-Standort in Oberkulm.

Die Schulsozialarbeit befindet sich am Oberstufen-Standort in Oberkulm.

Sandra Ardizzone

Das Referendum hätte verhindern sollen, dass künftig nicht mehr für alle Oberstufenschüler aus Oberkulm, Unterkulm und Teufenthal das selbe gilt. Doch nun tritt genau das ein: Die Oberkulmer lehnen es ab, die Schulsozialarbeit der Kreisschule Mittleres Wynental um 60% zu erhöhen. Dies, obwohl die beiden anderen Gemeinden der Erhöhung schon zugestimmt haben und den Entscheid nicht rückgängig machen wollen. Die 61 Prozent Nein-Stimmen zeigen deutlich: Die Oberkulmer wollen die rund 34 000 Franken nicht ausgeben, die seitens Oberkulm für die Pensumhöhung nötig wären. Sie folgten dem Gemeinderat, der befand, man könne sich das nicht leisten.

Enttäuschte Schulpflege

«Das ist Politik, es gilt das Ergebnis zur Kenntnis zu nehmen und best möglich umzusetzen», sagt der Schulpflegepräsident der Primarschule und Kindergarten Oberkulm, Sandro Lasen. Doch er ist auch enttäuscht und sagt: «Mit dieser Ausgangslage wird es nicht ganz einfach den Oberkulmer Schülerinnen und Schülern ähnliche Bedingungen zu schaffen, wie in Teufenthal und Unterkulm.»

Wie das genau gehen soll, wenn Unterkulm und Teufenthal mehr für die Schulsozialarbeit an der Kreisschule bezahlen als Oberkulm, ist unklar. Die Leistungen können an der gemeinsamen Oberstufe nicht pro Gemeinde abgerechnet werden. Und zusätzliche Schulsozialarbeit losgelöst von der Oberstufenschule in Unterkulm und Teufental anzubieten, macht auch nicht viel Sinn.
Sicher ist, dass die Primarschüler in Oberkulm die Schulsozialarbeit nun nicht vermehrt beanspruchen können. Gerade auch für die Primarschüler wäre eine Pensenerhöhung gedacht gewesen – im Sinne der Prävention.
Der Schulvorstand muss die weitere Umsetzung der Schulsozialarbeit nun mit dem Gemeinderat Oberkulm besprechen. «Es ist mir bewusst, dass es sehr schwierig ist», sagt der zuständige Vizeammann Roger Schmid zur Situation. «Doch 80 % Schulsozialarbeit sind für uns genug – auch im Vergleich mit anderen Gemeinden.» Der Gemeinderat werde keine Lösung präsentieren, das Operative sei Sache der Schulleitung. Das Problem jedoch ist ein politisches: Die drei Gemeinden führen eine gemeinsame Kreisschule und konnten sich im Bereich Schulsozialarbeit nicht einigen. Die Umsetzung ausbaden muss nun der Schulvorstand.

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