Nachdem die Gemeinde praktisch alle ihre Parzellen im «Gibel» verkauft hat, sind dort die ersten Terrassenhäuser geplant.

Im Baugesuch, das seit gestern öffentlich aufliegt, ist von zwei Häusern mit je zwei 4½-Zimmer-Wohnungen für total 3 Millionen Franken die Rede. Der Strom wird mittels Photovoltaikanlagen auf den Dächern erzeugt. Den künftigen Bewohnern wird buchstäblich das Suhrental zu Füssen liegen.

Erschliessung notwendig

Die Gemeinde als Besitzerin eines Grossteils des «Gibel»-Terrains entschied sich erst vor ein paar Jahren zum Verkauf des Landes an bester Südhang-Lage. Man teilte das Grundstück in etwa 10 Parzellen ein und veräusserte es stückweise. Der jüngste Parzellenverkauf wurde an der Sommergmeind 2017 besiegelt und trägt zur Finanzierung des neuen Schulgebäudes bei, das derzeit im Bau ist.

Das hiess jedoch auch, dass der Hang erschlossen werden muss. Ohne Infrastruktur ist selbst die beste Lage für potenzielle Käufer uninteressant. 2014 wurde deshalb als erste Strasse der Hirziweg West erstellt. Es folgte der Anschluss an Werkleitungen und die Feinerschliessung. Wo in vergangenen Zeiten Reben wuchsen, führt inzwischen der Rebenweg parallel zum Waldrand über den «Gibel». Eine Quartiertreppe veranschaulicht bereits, wie die künftigen Bewohner zu ihren Hauseingängen gelangen werden.

Doch die Gemeinde lässt die vergebene Grünfläche nicht unkontrolliert überbauen. Ein Gestaltungsplan stellt zahlreiche Bedingungen an potenzielle Bauherren, um Gebäude optimal in die Landschaft einzugliedern. Gleich oberhalb der geplanten Terrassenhäuser beginnt die Landschaftsschutzzone.

Noch kein Ansturm

Dies war eine Herausforderung für das Architekturbüro Leutwyler und Sandmeier, die das Projekt verfasst haben. Der Gestaltungsplan schreibt ihnen vor, das Terrain möglichst nicht zu verändern und auch möglichst auf Stützmauern zu verzichten. Ein Gebäude, das im «Gibel» gebaut wird, darf ausserdem höchstens drei Wohneinheiten enthalten.

Die Terrassenhäuser stellen das zweite Bauprojekt im «Gibel» dar, seit die Gemeinde begonnen hat, ihre Parzellen zu verkaufen. So gross ist der Ansturm auf den «Gibel» trotz bester Lage also noch nicht. Möglich, dass der strenge Gestaltungsplan eine Hürde darstellt. Möglich, dass die Realisierung der ersten Bauprojekte andere nachziehen wird.