Yamina Siegrist ist auf dem Weg zu ihrer Oma und erzählt vom missglückten Studium: «Meine Oma wohnt in Menziken, mein Vater ist hier aufgewachsen. Ich war jetzt 1,5 Stunden unterwegs, weil ich Oma besuchen möchte. Jetzt warte ich noch auf meine Schwester. Es ist Mittwoch. Ich habe Zeit, weil ich momentan arbeitslos bin. Bis vor kurzem habe ich Wirtschaftsinformatik in Luzern studiert, bin aber zwei Mal durch die Prüfungen gefallen. Das war scheisse. Danach habe ich mich auf die Suche nach Lehrstellen gemacht und zum Glück eine gefunden. Ich mache eine verkürzte Lehre als Applikationsentwicklerin. Aber jetzt brauche ich noch irgendeinen Job zur Überbrückung. Auf jeden Fall freue ich mich auf die Lehre. Mir hat es schon im Studium grossen Spass gemacht, Apps zu entwickeln.

Ich arbeite in einer Männerbranche, da der Informatikbereich immer noch von Männern dominiert ist. Im Studium waren wir 8 Frauen und 30 Männer. Aber ich musste mir nie dumme Sprüche anhören, im Gegenteil. Auch die Lehrer haben uns Frauen gleichberechtigt behandelt und unterstützt. Am Internationalen Frauentag konnten wir Studentinnen auch extra Informationen zum «Überleben» in einer Männerbranche einholen.

Da ich momentan weder arbeite noch studiere, habe ich etwas mehr Freizeit, die ich mit meinem Freund verbringe. Wir sind seit 1,5 Jahren ein Paar, also eigentlich noch nicht so lange. Aber wir wohnen schon zusammen. Wir gehen viel wandern, spazieren oder in die Stadt. Und sonst gehe ich ins Fitness – dort mache ich am liebsten Gruppenkurse.» (NGü)