Menziken

Auch in Reinach: Deutschkurse für Asylsuchende werden ausgeweitet

Asylsuchende können ab Januar nicht nur im reformierten Kirchgemeindehaus in Menziken (Foto), sondern auch in Reinach den Deutschunterricht besuchen.Rahel Plüss

Asylsuchende können ab Januar nicht nur im reformierten Kirchgemeindehaus in Menziken (Foto), sondern auch in Reinach den Deutschunterricht besuchen.Rahel Plüss

Seit Mitte Juli bietet eine zehnköpfige Gruppe von Freiwilligen in Menziken Deutschkurse für Asylsuchende an. Schon bald expandiert das Freiwilligenprojekt nach Reinach.

Seit Mitte Juli bietet eine zehnköpfige Gruppe von Freiwilligen in Menziken Deutschkurse für Asylsuchende an. Die Lektionen im reformierten Kirchgemeindehaus waren von Anfang an gut besucht, die Nachfrage gross.

Inzwischen platzt der Raum aus allen Nähten, das Team stösst an seine Grenzen. «Im Oktober und November standen wöchentlich bis zu zehn neue Interessenten vor der Tür», sagt Elisabeth Gfeller, die das Programm im Oberwynental koordiniert.

Neben den Deutschkursen organisiert die neue Menziker Gruppe des Netzwerks Asyl Aargau einmal in der Woche einen Asyltreff und vermittelt Beschäftigungsmöglichkeiten für Asylsuchende.

Nun ist bei den Deutschkursen Entspannung in Sicht: Ab Januar können in einem Schulzimmer in der Neumattturnhalle Reinach zwei bis drei neue Klassen unterrichtet werden.

Elisabeth Gfeller freuts: «Es war nicht einfach, einen Raum zu finden. Die Vorurteile gegenüber den Asylsuchenden sind einfach gross, die Leute sind misstrauisch, haben Angst um ihr Hab und Gut oder befürchten zu viel Tumult.»

Diese Befürchtung hat man an der Schule in Reinach nicht. Hier wurden bereits positive Erfahrungen gemacht. «In unseren Räumlichkeiten finden beispielsweise auch schon Muki-Deutschkurse des Netzwerks Integration Oberwynental statt», sagt Gesamtschulleiterin Christina Schwob. Sie freut sich, «dass sowohl die Schulpflege wie auch der Gemeinderat solchen Projekten immer wieder positiv gegenüber stehen».

Weitere Freiwillige gefunden

Den Raum zu finden, war die eine Herausforderung – mehr Lehrkräfte zu rekrutieren, eine andere. Doch auch das ist gelungen.

Gemäss Elisabeth Gfeller konnten inzwischen weitere fünf Freiwillige für den Sprachunterricht dazugewonnen werden, nicht alles pensionierte Lehrkräfte, auch jüngere Menschen mit Erfahrung im Unterrichten von Flüchtlingen. Wie das bisherige Kernteam arbeiten allesamt unentgeltlich.

Max Heimgartner, der die Deutschkurse des Netzwerks Asyl Aargau in Aarau koordiniert, ist froh, dass die Menziker Gruppe expandiert: «Das entlastet uns sehr.»

Auch wenn die Asylsuchenden gerne oder sogar lieber nach Aarau fahren würden, weil sie so eine Reise machen und andere Landsleute treffen könnten, halte er ein Angebot in der Region, das die Gemeinschaft unter den Asylsuchenden und mit der ortsansässigen Bevölkerung stärkt, für zentral.

Der Verein Netzwerk Asyl Aargau finanziert sich über Mitgliederbeiträge, Spenden und durch Zuschüsse der Kirchgemeinden. Die Lehrkräfte arbeiten alle ehrenamtlich.

Die Kurse ergänzen das Angebot des Kantons, das auf 12 Klassen begrenzt ist. Von den Deutschkursen beim Netzwerk Asyl Aargau können Asylsuchende profitieren, die auf der Warteliste für die Teilnahme an einem kantonalen Kurs stehen oder bereits einen solchen absolviert haben.

Meistgesehen

Artboard 1