Schmiedrued-Walde
Asylsuchende im Ruedertal wollen arbeiten – Gemeinde bietet Hand

Die Behörde schafft eine Koordinationsstelle, in der Jobs an Asylsuchende vermittelt werden. Die Betroffenen in der Gemeinde sind selbst auf die Gemeindeverwaltung gegangen und haben nach Arbeit gefragt.

Barbara Vogt
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In Lenzburg arbeiten die Asylsuchenden bei der Neophytenbekämpfung.

In Lenzburg arbeiten die Asylsuchenden bei der Neophytenbekämpfung.

Annika Bütschi

Die Ruedertaler Gemeinde beherbergt zurzeit vier Asylsuchende aus Afghanistan und einen Flüchtling aus Eritrea. Die Menschen aus Afghanistan leben im Asylpavillon, der eritreische Flüchtling ist in einer Wohnung. Alle fühlen sie sich leer, unterbeschäftigt.

Sinnvoll beschäftigen

Dagegen möchte der Gemeinderat ankämpfen, indem er diese Männer sinnvoll beschäftigt. Er stellt sich kleinere Arbeiten für sie vor, etwa den Landwirten beim Äpfelauflesen helfen, oder im Winter im Dorf Schnee schaufeln. Wichtig sei, dass sie arbeiten können und hin und wieder etwas zu tun haben, sagt Gemeinderätin Liliane Brunner. «Dadurch erhalten sie auch die Möglichkeit, sich in der Gemeinde zu integrieren.»

Die Asylsuchenden hätten von sich aus auf der Gemeindeverwaltung vorgesprochen und um Hilfe bei der Suche nach einer Tätigkeit gebeten.

Das sei nicht selbstverständlich, sagt Liliane Brunner. Aus diesem Grund habe der Gemeinderat das Projekt auch lanciert. Die Idee sei keineswegs ausgereift, sondern müsse erst noch wachsen.

Im jüngsten «Ruederblatt» sucht die Behörde jemanden für die Koordination des Projekts. Es sei von Vorteil, wenn diese Person neutral sei und nicht dem Gemeinderat angehöre. Einwohner, die kleinere Jobs zu vergeben haben, können sich bei der Koordinationsstelle melden.

Die Person müsse schon etwas flexibel sein», so Brunner. «Die Asylsuchenden können nicht perfekt deutsch. Man muss sich auch mal mit Händen und Füssen unterhalten.» Eine Einwohnerin zeigte bereits Interesse, mitzuhelfen.

Der Gemeinderat stellt sich vor, dass die Asylsuchenden ein Sackgeld für ihre Arbeiten erhalten. Natürlich können die Arbeitgeber selbst bestimmen, wie viel sie zahlen möchten.

Früher beim Bauer geholfen

Dass Gemeinden Asylsuchenden auf eigene Faust Jobs vermitteln, ist selten. Jedenfalls geschehe es ohne das offizielle Wissen des Kantons, so Balz Bruder, Kommunikationsleiter beim Departement für Gesundheit und Soziales. «Der Kantonale Sozialdienst selber macht solche Angebote nicht».

In früheren Jahren hätten Asylsuchende zum Teil bei Landwirten gearbeitet, sagt Bruder. Nachdem es Anzeigen wegen Schwarzarbeit gab, verzichte man jedoch darauf.

Wie die Bevölkerung im eher SVP geprägten Dorf Schmiedrued-Walde auf das Projekt reagiert, ist unklar. Liliane Brunner hofft, dass die Einwohner mithelfen und offen gegenüber den Asylsuchenden sind.

Einerseits seien die Kontakte mit diesen Menschen eine Bereicherung. Andererseits könne man immer zwei helfende Hände im Haushalt gebrauchen.