Menziken
Architekt muss nicht für Einsatz am Menziker Kirchturm zahlen

Die Rettungsaktion am Turm der reformierten Kirche Menziken hat ein Happy End. Weder die Kirchgemeinde noch die drei Männer, die in 35 Metern Höhe auf einer Hebebühne festsassen, müssen voraussichtlich den Rega-Einsatz bezahlen. Auch die Firma des beschädigten Krans dürfte nicht zur Kasse gebeten werden.

Pascal Meier
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Der Helikopter der Rega kam von Erstfeld nach Menziken.

Der Helikopter der Rega kam von Erstfeld nach Menziken.

Thomas Moor

Der Zwischenfall war aufsehenerregend: Als Architekt Bruno Burger am Freitag mit einem Handwerker und einer Begleitperson den Zustand des sanierungsbedürftigen Menziker Kirchturms prüfen wollte, knallte es 35 Meter tiefer. Ein mehrere Meter langes Metallstück schoss mit voller Wucht aus dem sogenannten Gelenksteiger, an dem die Hebebühne befestigt ist.

Die drei Männer steckten damit hoch über den Köpfen zahlreicher Schaulustiger fest. Angst machte sich breit.

Die Betroffenen entschieden, die Rega zu alarmieren. «Wir wollten auf keinen Fall, dass noch jemand am beschädigten Gelenksteiger hantiert», sagte Architekt Bruno Burger nach dem Vorfall der az.

Doch genau das passierte: Die Techniker der Gelenksteiger-Firma senkten die Hebebühne so weit ab, dass die drei Männer mit der Autodrehleiter der Feuerwehr Oberwynental evakuiert werden konnten – gegen den ausdrücklichen Willen der Betroffenen. «Das war unverantwortlich», so Burger.

Rega-Crew kommt nicht zum Einsatz

Kurz darauf landete der Rega-Helikopter, dessen Crew sich auf eine Windenrettung eingestellt hatte. Die Crew mit Pilot, Rettungssanitäter, Notarzt und einem Rettungsspezialisten des Schweizer Alpen-Club SAC kam jedoch nicht zum Einsatz.

Was blieb, war die Frage, wer für den Rega-Helikopter bezahlen muss. Kostenpflichtig ist laut Rega gemäss Verursacherprinzip grundsätzlich die gerettete oder geborgene Person bzw. deren Versicherung.

Architekt Bruno Burger und Arnold Schori, Präsident der reformierten Kirchenpflege Menziken, äusserten sich nach dem Zwischenfall jedoch klar: Wenn überhaupt jemand zahlen muss, dann das Unternehmen des beschädigten Gelenksteigers.

Wie die Rega auf Anfrage der az mitteilt, dürften auf die drei Männer voraussichtlich keine Kosten zukommen. Denn laut Aussage von Architekt Bruno Burger sind alle drei Rega-Gönner. «Gemäss Gönner-Bestimmungen werden ihnen die Einsatzkosten erlassen, falls keine Versicherung dafür aufkommen muss», sagt Mediensprecher Adrian Schindler. «Ob bei diesem Einsatz eine Versicherung allenfalls ganz oder teilweise für die Einsatzkosten aufkommen muss, wird derzeit geprüft.»

Zu den konkreten Kosten des Einsatzes am Turm der reformierten Kirche äusserte sich Schindler nicht. Im Schnitt verrechnet die Rega für einen Einsatz rund 3500 Franken.

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