Die Nutzung des Schulareals Unterkulm gab im vergangenen Jahr Anlass zu intensiven Diskussionen. Nach Schulschluss treffen sich auf dem Pausenplatz oft Jugendliche und junge Erwachsene aus dem ganzen Wynental und lassen den Feierabend bis spät in die Nacht ausklingen. Dabei würde zu laut gefeiert, Autorennen würden veranstaltet, Abfall liegen gelassen und Sachen beschädigt, reklamieren Anwohner schon lange.

Im Oktober wurde es Anwohnerin Brigitte Meili zu viel. Sie forderte via petitio.ch, dass der Platz nach 22 Uhr nicht mehr öffentlich genutzt wird, vor allem aber ab dieser Zeit für den motorisierten Verkehr gesperrt ist.

Wenig später formulierten die Jugendlichen ihre eigene Petitio: Sie wollten, dass ihnen entweder ein alternativer Platz zur Verfügung gestellt wird oder für das Schulareal Regeln erstellt würden, die beiden Parteien entsprechen. Zwar fanden die Jungen in kurzer Zeit viel mehr Anhänger für ihr Anliegen: 116 Personen unterstützten es auf petitio.ch, die Petition der Anwohnerin kam nur auf 48. Trotzdem werden sie nun durch radikale Massnahmen des Gemeinderats in die Schranken gewiesen.

«Ab sofort gilt zwischen 22 und 6 Uhr für alle ausserschulischen Aktivitäten ein generelles Aufenthaltsverbot auf dem gesamten Schulareal und beim Jugendtreff», lautet die einschneidendste davon. Weiter wurden provisorische Absperrpfosten und Abschrankungen montiert, um Autorennen zu verhindern.

Zudem wird der Schülerrat der Oberstufe Plakate gestalten, die auf die Probleme von Littering und Sachbeschädigungen hinweisen. «Die Regionalpolizei wird das Einhalten des Aufenthaltsverbots kontrollieren», heisst es abschliessend in der Mitteilung.

Die Massnahmen wurden von einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Lehrpersonen, Jugendarbeitern und Gemeinderäten, empfohlen. Leider, so die Mitteilung der Gemeinde, habe für den Katalog dieser Massnahmen keiner der Jugendlichen zum Mitmachen motiviert werden können. Auf Nachfrage der AZ sagen die jungen Petitio-Initianten jedoch, niemand von ihnen sei von der Gemeinde für eine Zusammenarbeit kontaktiert worden. (fdu)

Jugendliche aus Unterkulm möchten einen Aufenthaltsort, wo sie abends nicht weggewiesen werden.

20. Oktober 2017: Michael, Sprecher der Jugendlichen und junge Erwachsenen aus Unterkulm, sagt, was sie mit der Petition erreichen möchten.

Mittels Petitio wollten Jugendliche aus Unterkulm erreichen, dass sie sich abends auf dem Schulareal oder einem anderen Platz aufhalten dürfen, ohne weggewiesen zu werden.