In Gontenschwil zeichnet sich ein weiteres Drama um eine Tierpension ab. Nachdem im Dorf bereits planerische Schwierigkeiten beim Reit- und Pensionsstall Phönix auf dem «Steinig»-Hof die Hofbesitzerin existenziell bedroht, wird es auch für das Tierferienheim Büelacher von Jeanette (51) und Martin (59) Eggenberger zunehmend schwieriger.

Jetzt liegt ein Baugesuch auf für den Um- und Neubau der Tierpension. Dabei soll ein Gebäude abgebrochen und wieder neu gebaut werden, fünf Container und zwei Container mit Terrasse erstellt werden. Das laufende Verfahren soll die zum Teil illegalen Bauten, die über die vergangenen Jahre hinweg erstellt worden sind, ersetzen oder deren Existenz (etwa die fünf Container) legalisieren.

Nur noch 30 Hunde

Momentan herrscht Hochbetrieb im Tierferienheim Büelacher. Früher bedeutete «Fullhouse» um die 50 Hunde, 30 Katzen und etliche Kleintiere. Wegen der baulichen Begebenheiten hat der kantonale Veterinärdienst dem «Büelacher» nur noch eine Bewilligung für die Haltung von 30 Hunden erteilt. Katzen oder andere Tiere sind nicht mehr gestattet. Für einen Betrieb mit drei Tierpflegern, einem Tierbetreuer sowie einer Auszubildenden nicht genug. Das Ziel der Betreiber sei es, dass sie alle ihre Mitarbeiter behalten können. Jeden Kunden, den das «Büelacher» momentan abweisen müsse, hätten sie verloren, befürchten die Eggenbergers.

«Im jetzigen Zustand können wir keinen gewinnbringenden Betrieb leiten», sagt die Besitzerin Jeanette Eggenberger. Sie hat zusammen mit ihrem Mann das 11'000 Quadratmeter grosse Grundstück des Tierheims vor 14 Jahren gekauft, um sich einen Lebenstraum zu erfüllen.

«Das Tiergesetz verlangt dort, wo die Tiere untergebracht sind, eine Mindesthöhe von zwei Metern», so Eggenberger. Wegen der Dachschrägen im Hundehaus erfülle es diese Mindestanforderungen jedoch nicht. Das Dach zu heben, komme teurer als ein Abriss und Neubau des Hundehauses. Weil ein Teil des Heims an der Reinacherstrasse in der Landwirtschaftszone liegt, muss nach Ablauf der Auflagefrist das kantonale Baudepartement das Gesuch beurteilen.

Krux mit Landwirtschaftszone

Das Tierschutzgesetz hat strenge Auflagen. Sich daran zu halten, ist für die Eggenbergers eine Selbstverständlichkeit. Nur beisst sich das oft mit dem Baugesetz. So muss etwa ein Weidezelt, das für Tiere Schatten bietet, bewilligt werden. Bewilligungen, die die Eggenbergers vorgängig nicht eingeholt haben.

Gemäss Baugesuch befinden sich rund fünf Bauten auf dem Grundstück des Tierferienheims, die eigentlich zurückgebaut werden müssten. Es handelt sich dabei um ein Gewächshaus, ein Weidezelt, zwei Weideunterstände und ein Katzenhaus. Bei vier wild gebauten Anlagen sind die Besitzer mit dem Rückbau einverstanden. Nur das Gewächshaus, das als Geflügelschutzhaus genutzt werden soll, hält die Besitzerin fest. Die fünf Container, die als Provisorium während des Umbaus dienen sollen, stehen bereits. Damit die Ferien- und Tageshunde dann gemäss Tierschutzgesetz dort untergebracht werden können, muss eine definitive Bewilligung vorliegen.

Investieren will die Besitzerin rund 200'000 Franken in die seit 1972 als Tierheim betriebene Anlage. «Wir machen alles, damit wir unser Tierferienheim weiterführen können», so das Ehepaar.