Monster-Stau

«An Heiligabend zum Corona-Test»: Erst nach drei Tagen konnte der Aargauer Chauffeur weiterfahren

Vor Weihnachten musste der Kölliker Marco Meier und seine Freundin ungewollt Halt machen.

Vor Weihnachten musste der Kölliker Marco Meier und seine Freundin ungewollt Halt machen.

Nach der Entdeckung der Corona-Mutation war der Lastwagenchauffeur Marco Meier mit rund 4000 Berufskollegen in Grossbritannien gestrandet. Nach 67 Stunden Warten konnte der Kölliker mit seiner Freundin endlich weiterfahren.

Am Stephanstag um 12 Uhr, fast vier Tage nach der geplanten Rückkehr, waren sie endlich zu Hause: der Chauffeur Marco Meier (42) aus Kölliken und seine Freundin Stefanie Senn (34). Der Chauffeur war mit 4000 Berufskollegen und ihren Lastwagen auf dem stillgelegten englischen Militärflughafen Manston Airport blockiert. «Insgesamt 67 Stunden lang», erklärte Meier.

Am Freitagabend waren sie Richtung Grossbritannien gestartet, am Dienstagabend hätten wieder daheim sein sollen. Auf der Rückfahrt hätten sie in Antwerpen (B) Früchte laden wollen.

Die Blockade auf dem Militärflughafen (Lastwagen auf 45 Reihen) begann sich erst zu lösen als die britische Armee im grossen Stil helfend eingriff. Sanitätssoldaten führten Corona- Tests durch, die Frankreich wegen des mutierten Virus verlangte. Aufgeboten wurde, wer auf dem Schachtelparkplatz jeweils vorne stand. «Wir waren an Heiligabend um 22.49 Uhr an der Reihe», berichtet Meier. Eine halbe Stunde später hätten sie gewusst: «Wir sind zum Glück negativ.» Bis sie dann aber abfahren konnten, dauerte es nochmals zehn Stunden. Eine unruhige Nacht voller Gerüchte und der ständigen Bereitschaft, den Motor starten zu können.

Die Franzosen wollten den Test nicht mehr sehen

Ursprünglich wollten die beiden die Fähre ab Dover benutzen. Doch weil zwei Drittel der Fährkapazitäten feiertagsbedingt stillgelegt waren, beschlossen sie, auf den Eurotunnel auszuweichen. Ein guter Entscheid – auch dank etwas Glück. Um 11.30 Uhr trafen Meier und Senn beim Terminal in Folkestone (GB) ein, um 12.05 Uhr fuhr der Zug schon los. «Kurz nach 12.30 Uhr waren wir in Calais in Frankreich», sagt Meier. Am Terminal in England hätten sie den Test nochmals zeigen müssen, die Franzosen, die ihn eigentlich verlangt hatten, wollten ihn dann nicht mehr sehen. «Bei der ersten Raststätte in Belgien haben wir angehalten, unsere neuen Freiheiten genossen und erst mal richtig geduscht», erklärt Meier. Nach einer Übernachtung in Luxemburg gings dann nonstop nach Hause.

Was bleibt? Die Erinnerung an spezielle Weihnachtstage. «Und an viele positive Reaktionen und aufmunternde Whatsapp-Nachrichten nach dem ersten Bericht in der AZ», so Meier.

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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