Schmiedrued-Walde

Ammann setzt sich für einheimisches Gewerbe ein

Thomas Häfliger steht vor jenem Land, das eingezont werden soll.

Thomas Häfliger steht vor jenem Land, das eingezont werden soll.

Die Richtplananpassung «Chänelmatt» kommt am Dienstag vor den Grossen Rat. Jetzt zeigt der Gemeindeammann Thomas Häfliger die Situation vor Ort und erklärt warum die Anpassung fürs Dorf wichtig ist.

Noch vor dem Ortseingang kündet sich die Baufirma Loosli AG mit einem Lager an. Bei der Ortstafel liegen Weidegebiet und das Pferdezucht- und Ausbildungszentrum «das Pferd». Gemeindeammann Thomas Häfliger steht auf einem Waldweg und schaut auf die «Chänelmatt» runter.

Hier sollen 2,04 Hektaren flaches Land, das als Landschaft von kantonaler Bedeutung eingestuft ist und Teil der Fruchtfolgeflächen ist, im Richtplan angepasst werden. So könnte der Reitbetrieb eine Reithalle bauen und die Loosli AG daneben einen neuen Hauptsitz.

40 Arbeitsplätze von Baufirma

Das Geschäft soll am Dienstag im Grossen Rat behandelt werden. Dies nach drei Jahren Planungsarbeit, Diskussionen und laut Gemeindeammann Thomas Häfliger «Leidenszeit». Seit vier Jahren ist er Ammann, drei Jahre davon hat er sich für die Richtplananpassung eingesetzt. «Ich habe von Anfang an gewusst, dass es eine grosse Hürde sein wird.» Vor der entscheidenden Sitzung setzt er sich noch einmal mit aller Kraft für das Anliegen der Gemeinde ein.

Ein oft erwähntes Argument gegen die Richtplananpassung war, dass die einheimische Baufirma talabwärts zügeln könne. Häfliger sagt, für die Gemeinde sei es sehr wichtig, dass die Baufirma in Schmiedrued bleibe. Die Firma sei die zweitgrösste im Dorf und biete rund 40 der 370 Arbeitsplätze an. Zudem schaffe sie Ausbildungsplätze. «Wenn die Firma keine Möglichkeit sieht, sich hier zu entwickeln, geht sie», ist er überzeugt.

Die Steuereinnahmen, die durch einen Abzug der Firma verloren gehen würden, seien jedoch nicht ausschlaggebend. «Wenn wir weniger Aktiensteuern generieren, fällt der Finanzausgleich höher aus», sagt er. Er wolle keine Firma, die nur den Briefkasten im Dorf hat, sie solle dort auch verwurzelt sein. Die Vereine seien auf das einheimische Gewerbe angewiesen, die bei einem Anlass sponsern würden und ihre Manpower zur Verfügung stellen.

Einige Parteien kritisierten, dass zu wenig nach Alternativen gesucht wurde. Diese gibt es laut Häfliger nicht: «Wenn es einen Funken einer Alternative geben würde, wüsste ich nicht, warum ich mir das hier antun müsste.»

Er erwähnt die hügelige Landschaft: «Hier geht es entweder rauf oder runter. Die ‹Chänelmatt› ist das einzige flache Stück Land an der Strasse.» Zudem ist sie am Ortsrand, der Lastwagenverkehr würde nicht durchs ganze Dorf geführt werden.

Genau so ist es jetzt, weil die Baufirma auf verschiedene Standorte verteilt ist. Der Hauptsitz der Loosli AG ist beim Dorfeingang. Die Strasse schlängelt sich entlang der Ruederchen, rechts tauchen Mulden und Container der Firma auf, die neben dem Strassenrand lagern. Einige hundert Meter weiter erscheint nochmals ein Teil der Baufirma. Könnte die Spezialzone realisiert werden, werden die Standorte zusammengefasst, am Hauptsitz soll eine Schlosserei entstehen.

Oft kritisiert wurde der Verlust der Fruchtfolgeflächen und der Landschaft von kantonaler Bedeutung. Dazu sagt Häfliger, man hätte bereits alles ausgezont, was ausgezont werden konnte. Und: «Die Natur ist uns ein Anliegen, sie ist die einzige Ressource, die wir hier haben.» Häfliger hofft, trotz der negativen Botschaft des Regierungsrats und des Neins der Grossratskommission, auf einen positiven Ausgang am Dienstag.

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