Kaum ein anderer kommunaler Politiker hat derart deutlich erfahren, wie wenig seine Arbeit Wert ist: Im letzten November hat es die Gemeindeversammlung von Uerkheim mit 72 zu 6 Stimmen abgelehnt, den Gemeinderäten mehr Lohn zu zahlen. Für den Gemeindeammann Markus Gabriel (51, SVP) hätte es eine Besoldungsverdoppelung geben sollen: von jährlich 15 000 auf neu 30 000 Franken (bei einem Pensum von 30 Prozent). Für Gabriel war die Gemeindeversammlung schwer zu ertragen – auch wegen der teils gehässigen Voten. Doch er biss auf die Zähne, sagte am Schluss des Abends: «Für mich hat sich nichts geändert, ich werde meine Amtszeit durchziehen.»

Und jetzt, wo es darum geht, Farbe zu bekennen betreffend einer Wiederkandidatur im Herbst? Markus Gabriel hat es lange spannend gemacht. Er hätte leicht begründen können, weshalb er nicht wieder kommt: Wegen der Lohn-Schlappe und wegen seines Amtes als Grossrat. Doch der Uerkner wirft das Handtuch nicht. «Die bisherigen Ratsmitglieder stellen sich geschlossen zur Wiederwahl für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung», teilte die Gemeindekanzlei gestern mit. Es sind dies neben Markus Gabriel: Vizeammann Herbert Räbmatter (48, parteilos), Andreas Ott (60, parteilos), Peter Basler (44, parteilos) und Marcello De Matteo (30, parteilos). Räbmatter und Ott gehören dem Gremium schon seit 11 Jahren an. Peter Basler wurde 2015 gewählt. Marcello De Matteo ist erst seit Anfang März dabei.