Littering

Am Clean-up-Day in Schöftland haben 55 Personen 263 Kilo Abfall gesammelt

Clean-up-Day 55 Personen haben auf insgesamt 21 Routen in Schöftland am Frühlingsputz Batterien, Kondome und Dosen gefunden.

Vom zweijährigen Dreikäsehoch Marco bis zum Rentner: 55 Personen haben am Samstag auf Schöftler Gemeindegebiet Jagd auf weggeworfenen Müll gemacht. «Frühlingsputzete wie zu Hause», meint Roger Maurer, der Verantwortliche des Bauamts. Er hat 21 Routenpläne für den Clean-up-Day ausgelegt, wovon sich die verschiedenen Gruppen bedienen können. Hans Amsler und drei Kollegen entscheiden sich für ihre Stammroute: der Suhre entlang Richtung Badi, zu den Säulengrotten hoch und auf der Luzernerstrasse zurück. Karen und Sylvia Frey, Patinnen der vierjährigen Mia und des zweijährigen Marco, machen sich der Bahnlinie entlang auf den Weg. Ausgerüstet mit Handschuhen und Greifinstrumenten. Grosse Sachen finden sie nicht. Vor allem Zigarettenstummel. «Wenn die Zigi in die Erde kommt, kommt auch Gift in die Erde», erklärt Karen den beiden Kindern. Das Greifen mit der Zange fordert Mia feinmotorisch heraus. Von Hand geht es besser.

Gezielt Abfall im Wald deponiert

Die ökumenische «Jungschi» Simson von der Reformierten und der Katholischen Kirchgemeinde nimmt sich die Wälder vor. Leiter Jules Humbert-Droz übernimmt zusammen mit den drei Ältesten den Böhler. Vor der ersten Kurve wird parkiert. Eine nicht ganz ungefährliche Mission, gibt es da doch kein Trottoir. Die vier bewegen sich in steilem Gelände. Dort finden sie die Klassiker: PET-Flaschen und Aludosen. Aber auch Gitter, die einst für den Schutz von Jungbäumen in den Wald gebracht wurden und nun mit dem Waldboden verwachsen sind. «Ich bin darüber gestolpert», sagt Jules Humbert-Droz.

Letztes Jahr hätten sie ein Sofa gefunden. Neben dem Abfall, der durchs Autofenster fliegt, kommt also auch das bewusste Deponieren vor. Das verhindert kein Verbotsschild. «Eben haben wir eine Glasflaschensammlung herausgezogen», sagt Jules. Die Ware wird am Strassenrand deponiert und später mit einem Fahrzeug eingesammelt. «Immerhin gabs dieses Jahr keine Badewanne und keine Pneus», meint Roger Maurer. Und trotzdem sind 263 Kilogramm Müll zusammengekommen.

Fast etwas enttäuscht ist Hans Amsler vom Suhrentrupp auf der Südseite der Badi: kein Slip und kein BH. Kollege Bruno Gerber zeigt auf seinem Handy, was er bei den Säulengrotten gefunden hat: eine zerschlagene Akkubatterie. Zudem haben auch PET-Flaschen und Kondome mehrere Abfallsäcke gefüllt.

Die Dienstleistung für die Allgemeinheit wird geschätzt: Ein Anwohner hat die Gruppe zum Kaffee eingeladen. Und vor dem Mittag gibt es beim Werkhof noch einen gebratenen Cervelat und ein Frühlingsbierchen. Von einer Spende der Raiffeisenbank profitieren dieses Jahr die «Jungschi» Simson und die Jugendfeuerwehr.

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