Der Strohhusmärt ums Strohhaus Dorfmuseum – nicht zu verwechseln mit dem Strohhaus an der Schönenwerderstrasse – hat seinen besonderen Charme. Rund ums Haus stehen die Stände; das Gros, zusammen mit der Freiluftfestwirtschaft, auf einer Wiese. Das ist heuer besonders angenehm, weil kein Regen das Land zum Morast macht. Den liebten wohl nur die Wollschweine vom Mattenhof hinter der Ausstellung. Und deren würzigen Speck man am Märt kosten kann. Es riecht verführerisch. Da werden Berliner hergestellt und dort Nidletäfeli.

Und gegen Mittag wird die Konkurrenz noch grösser: Im Chessi rühren die Vereinsleute ihr Risotto, dahinter gibt’s gebratene Würste. Die Stände bieten ihre Waren an von Kinderkleidern über Kunstkarten bis Schmuck, von Wein über Most bis zum Honig. Von wegen Honig: Ein Imker lässt in einen transparenten Bienenstock blicken.

Aber auch andere Vereine oder Institutionen holen die Kinder mit Aktivitäten ab. Bei der Waldspielgruppe kann man mit Ästen etwas bauen. Oder ein Glückspäckli fischen, während der Elternverein Rägeboge seine Projekte vorstellt, zum Beispiel eine Kleiderbörse.

Im Oktober wird gesät Strohhusmärt-Tag ist ein Tag der Begegnungen von Jung und Alt. Der 80-jährige ehemalige Landwirt Ruedi Lüscher lockt mit dem Dengeln der Sense viele Schaulustige an; man kommt ins Gespräch, und auch in den Beizen trifft man bekannte Gesichter.

Zum letzten Mal geöffnet ist die Sonderausstellung «30 Jahre Dorfmuseum im Salzmehus». Da sind viele Gegenstände zu sehen, die das Leben in Kölliken in früheren Zeiten geprägt haben. Ein Webstuhl, Gegenstände aus der Landwirtschaft, aus dem Handwerk, wie die Utensilien des Schuhmachers.

Strohusmärt Kölliken Ruedi Lüscher am Dengeln.

Strohusmärt Kölliken Ruedi Lüscher am Dengeln.

Andrea-Carlo Polesello, Aktuar der Museumskommission, ist zufrieden mit der Saison: Wenn Kölliker zu Gegenständen Geschichten erzählen, sei das wertvoll, sagt er. Oral History. «Auch schon gabs dank eines solchen Beitrags eine neue Beschriftung», sagt er. Und er verrät, dass da, wo jetzt die Wollschweine den Boden beackern, im Oktober eine alte Roggensorte gesät werde, die genügend hoch werde, um als Deckmaterial fürs Strohhaus gebraucht werden zu können. Im nächsten Spätsommer, nach der ersten Ernte, könne man dann «den Weg des Roggenstrohs zeigen».

Die nächste Ausstellung im Dorfmuseum, Vernissage des Kunstprojekts ist am nächsten Freitag um 19 Uhr, bestreiten die einheimischen Kunstschaffenden Christa Hunziker und Roland Hächler mit ihrer Wanderausstellung «Surytal». Sie gaben an ihrem Stand am Strohhusmärt einen Einblick in ihr Schaffen. (wpo)