Mit der Kurt Weber AG Generalunternehmung kauft eine einheimische Firma einen Teil des Firmengeländes der Alu Menziken Extrusion AG. Damit rückt das von der Kurt Weber AG geplante Datacenter näher. Weber wird das heute unterbelegte Bürohochhaus renovieren und den Betreibern des Datacenters und weiteren Unternehmen vermieten. Datacenter werden für die Sicherung von digitalen Daten und für die Anbindung ans Internet gebraucht.

Die Alu konzentriert ihre Produktionskapazitäten in Reinach, wo sie in den letzten Jahren in den Ausbau der technischen Anlagen investiert hat. «Wir führen die in den 1990er-Jahren eingeführte Diversifikation des Unternehmens wieder zurück auf unsere Kernkompetenz», erklärte Roland Gloor, CEO der Alu Menziken, an einer Medienorientierung.

Letzte Woche habe die Alu Menziken einen historischen Moment erlebt, als die 1954 installierte 2500-Tonnen-Extrusionspresse stillgelegt wurde, sagen die Alu-Verantwortlichen. Die Werkhallen westlich der Bahnlinie würden sich in Etappen über einen längeren Zeitraum hinweg leeren, erklärte Roland Gloor, dies in Abstimmung mit dem Wachsen des neuen Datacenters. Gloor wies darauf hin, dass in Menziken nach wie vor produziert werde, «die moderne CNC-Abteilung östlich der Bahnlinie sowie das Fabrikgebäude der ehemaligen Menziker Automation bleiben als Reserve für eventuelle Verschiebungen von Montageabteilungen.» Stillgelegt wird in Menziken die Schmelzerei. «Den Erlös aus dem Verkauf der Liegenschaften investieren wir eine neue, hochproduktive Schmelz- und Giessanlage am Standort Reinach», so Gloor. Diese Massnahmen führten zu keinem Abbau von Arbeitsplätzen, lediglich zu Verschiebungen von Menziken ins Werk Reinach.

Mehrere Gewinner bleiben

Die Alu Menziken spricht von einer Win-win-Situation, werde doch mit der Umnutzung sichergestellt, dass mitten im Dorf keine Industriebrachen entstünden. Die Gemeinde Menziken und die Region könnten sich über den Zuzug neuer Firmen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze freuen. Dies bestätigt Menzikens Gemeindeammann Annette Heuberger: «Wir freuen uns, dass mit Kurt Weber ein Menziker das Areal gekauft hat und nicht irgendein unbekannter Investor. Weber wird mit dem Datacenter in der Region etwas völlig Neues realisieren.»

Die beiden Vertragspartner, Alu Menziken Extrusion AG und Kurt Weber AG, signalisieren, dass die Übergabe der verschiedenen Gebäude schrittweise geplant sei.

Swissfiber, neue Firma in Menziken

Kurt Weber hat für dieses Projekt die Firma Swissfiber Menziken AG (SFM) gegründet. Diese fokussiert ihre Aktivitäten auf die Entwicklung eines hochmodernen Datacenters mit einem schweizweiten Zugangsnetzwerk. Für die Realisierung der Projekte wurden Partnerschaften mit Unternehmen im In- und Ausland abgeschlossen.

Die SFM beabsichtigt, sich als Schweizer ICT-Dienstleister zu positionieren und nationalen und internationalen Kunden Datacenter und Hosting-Services anzubieten. Das Datacenter entsteht neben dem Hochhaus mit einer Gesamtfläche bis zu 10000 Quadratmeter.

«Zur Sicherstellung der Standortvernetzung und Internetanbindung wird ein schweizweites Glasfaser-Netzwerk ausgebaut. Dieses basiere auf Glasfaser-Restkapazitäten der SBB und anderer Lieferanten», erklärte Kurt Weber.