Reinach
Alu Menziken ist nicht das erste Mal in Schwierigkeiten

Der Alu Menziken geht es schlecht. Bereits 2011 kämpfte die Firma mit dem Wechselkurs. Die Situation hat sich bis heute nicht verändert. Die Alu Menziken hat den GAV gekündigt und will die Arbeitszeiten erhöhen. Die Mitarbeiter sind verunsichert.

Peter Siegrist
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Das Werk Reinach der Alu Menziken Extrusion AG liegt im Industriegebiet im Norden von Reinach.

Das Werk Reinach der Alu Menziken Extrusion AG liegt im Industriegebiet im Norden von Reinach.

Peter Siegrist

Gegründet hat die Alu Menziken der Alu-Pionier Alfred Gautschi (1871-1955). Seine erste Werkstätte stand in Fleurier NE. Gautschi baute seine Firma ständig aus und bezog 1908 in Menziken ein neues Werk. Der Geschäftsgang zeigte aufwärts, was den Gründer die Gehälter seiner Angestellten verdoppeln liess.

Zu einem Arbeitskampf kam es 1932 in der Weltwirtschaftskrise. Damals standen ein Lohnabbau von 5,5 Prozent und die Reduktion der Ferientage um ein Drittel zur Debatte. Der Lohnabbau trat in Kraft, die Ferientage blieben. 1946 wurde die Firma in Aluminium AG Menziken umbenannt. Dies sollte nicht der letzte Name sein.

Das Werk wuchs, eine moderne Schmelzerei kam dazu, dann ein Walzwerk und 1954 die erste 2500-Tonnen-Stangenpresse. 1962 wurde ein neues Presswerk in Reinach bezogen. 1978 beschäftigte die Alu Menziken Gruppe 966 Mitarbeiter.

Mehrere Firmen gegründet

Die Expansion ging weiter, 1983 fasste die Alu Fuss in den USA und gründete mehrere Firmen. 1993 kam es zur Umwandlung der Aluminium AG Menziken in eine Holding mit den drei Aktivitäten Halbzeug, Guss und Flugzeugmaterial.

Dann folgte eine Wende. Ab 2000 verkaufte die Holding mehrere Firmen, so die Injecta und die Alu Menziken Metall Service Menziken AG.

Viel Arbeit, aber kein Gewinn

Der grosse Wechsel trat 2007 ein, als die österreichische Montana Tech Components AG die Alu Menziken Gruppe übernahm. Die Firma wurde umgebaut und die Universal Alloy Corp (UAC), der Zulieferer für Flugzeugwerke an die Montana verkauft. Seit 2010 gehören sämtliche Aktien der Alu Menziken Gruppe der Montana Tech Components.

Schwacher Erfolgskurs

2008 ist die Alu Menziken wiederholt in die Schlagzeilen geraten, die Wirtschaftskrise, der schwache Eurokurs macht dem Unternehmen zu schaffen. Im August 2009 kündigte das Unternehmen die Entlassung von 70 der noch 430 Mitarbeiter an sowie eine Lohnkürzung. Zudem wurde Kurzarbeit verfügt.

Am Weihnachtsessen 2009 gab dann Montana Verwaltungsratspräsident Michael Tojner vorerst Entwarnung: «Wir sind hier langfristig engagiert.» Er versprach, in Reinach neue Arbeitsplätze zu schaffen. Aber im April 2010 stand die Erhöhung der Arbeitszeit wie jetzt schon einmal zur Diskussion.

Neue Schmelzöfen

Im April 2011 sagte der damalige CEO Roland Gloor, die Firma kämpfe wegen des Wechselkurses, sie exportiere rund 60 Prozent der Produkte. Der Betrieb wurde auf einen Standort konzentriert, im November 2012 installierte die Alu Menziken Extrusion AG in Reinach neue Schmelzöfen.

Der Firma gehts heute offensichtlich nicht besser. Sie hat den GAV gekündigt und will die Arbeitszeit erhöhen. Viele Mitarbeiter zeigen sich in diesen Tagen verunsichert.

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