Schöftland

Alterszentrum nach Turbulenzen «sehr gut» ins 2020 gestartet

Das «Suhrental Alterszentrum» hiess bis Ende Oktober 2019 «Regionales Alterszentrum Schöftland». Bild: uhg (6. Januar 2020)

Das «Suhrental Alterszentrum» hiess bis Ende Oktober 2019 «Regionales Alterszentrum Schöftland». Bild: uhg (6. Januar 2020)

In Schöftland weisen die Verantwortlichen Anschuldigungen zurück und freuen sich über ein Kompliment.

Unwahrheiten, Halbwahrheiten, Gerüchte: Unter anderem gestreut von Otto Zeller, dem ehemaligen Geschäftsleiter (zuletzt 2016) des heutigen «Suhrental Alterszentrum» in Schöftland (ZT vom 10. Februar). Dazu in diesem Fall eine nicht optimale Informationspolitik des Unternehmens, welches sich darauf beruft, es könne zu den angeblich schlechten Geschäftszahlen vor der Generalversammlung am 13. Mai nicht detailliert Stellung nehmen. Und in der Person von Bernadette Flükiger eine neue Geschäftsleiterin, die etwa bei der Entlassung des ehemaligen Buchhalters im März 2019 gar noch nicht im Amt war.

«Viel Umstrukturierungs- und Aufbauarbeit geleistet»

Die Ausgangslage: Das «Suhrental Alterszentrum» ist eine gemeinnützige Aktiengesellschaft im Besitz von sieben Gemeinden. Es beherbergt aktuell 115 Bewohner und beschäftigt 160 Mitarbeitende. Der Betrieb hat personell, aber auch was die strategische Ausrichtung (Neubauprojekt, etc.) anbetrifft, schwierige Zeiten hinter sich. Mit einem 2018 weitgehend erneuerten Verwaltungsrat und einer seit Mai 2019 neuen Geschäftsleiterin sowie dem neuen Namen «Suhrental Alterszentrum» (seit November 2019) versucht man einmal mehr den Turnaround. Das sei nicht eine Reorganisation, sondern «ein Gesamtneuaufbau bei laufendem Betrieb», heisst es.

Das Jahr 2019 hatte den Charakter eines Übergangsjahres. Und jetzt sei man auf Kurs, erklärt Verwaltungsratspräsident Uwe Matthiessen: «Das Jahr 2020 lief sehr gut an.» Bestätigt fühlen sich die Verantwortlichen auch durch einen Bericht von Spezialisten des kantonalen Departements für Gesundheit und Soziales (DGS), der nach einem Besuch in Schöftland am 21. Januar verfasst worden ist. Darin heisst es etwa: «Aus den Berichten der Leitungspersonen entnehmen wir, dass bis heute bereits viel Aufbau- und Umstrukturierungsarbeit geleistet worden ist. Uns fiel insbesondere die überaus motivierte Haltung für die Arbeit im ‹Alterszentrum Suhrental› auf und wir stellten fest, dass das aktuelle Team äusserst loyal hinter der jetzigen Leitung steht.» Weiter schreiben die DGS-Experten: «Auf dem Rundgang durch das Haus konnten wir mit mehreren Angestellten und Bewohnern sprechen und erkannten auch hier eine grosse Zufriedenheit in angenehmer und fröhlicher Stimmung.»

Das Sonntagsmenü war zu günstig

Altersheime sind anspruchsvolle Betriebe. Das beweist auch das Gerücht über eine angebliche Erhöhung der Taxen in Schöftland. Eine solche stehe nicht bevor, versichert Geschäftsleiterin Bernadette Flükiger. Sie berichtete aber von einer Anpassung der Menü-Preise im zentrumseigenen Restaurant. Das opulente Sonntagsmenü, ein Viergänger (inklusive Kaffee mit Grappa), kostete die Gäste – indirekt durch die Bewohnertaxen subventioniert – nur 14 Franken (neu 19 Franken). Unter der Woche gibt es das Mittagessen neu für 15 statt 14 Franken.

Buchhalter bekam keine Abgangsentschädigung

Der Fall des am 25. März 2019 entlassenen Buchhalters (im ZT vom 10. Februar als Whistleblower bezeichnet): «Die Entlassung hat der Verwaltungsrat einstimmig beschlossen», betont Matthiessen. Man habe die ganze Buchhaltungssituation durchleuchtet und Pendenzen im sechsstelligen Bereich entdeckt, die noch hätten nachgefordert werden können. «Für die Institution ist kein Schaden entstanden», sagt Matthiessen. Der Buchhalter habe keine Abgangsentschädigung erhalten. Die von Otto Zeller gestreuten Gerüchte seien falsch.

Immer wieder ein Thema ist die Entschädigung des Verwaltungsratspräsidenten Uwe Matthiessen. Der ehemalige Geschäftsleiter Otto Zeller kolportiert eine Zahl (hat das ZT nicht publiziert) und spricht von einem «mehr als fragwürdigen Honorar». Dazu erklärt Matthiessen: Seine Entschädigung entspreche dem Entschädigungsreglement aus dem Jahr 2010. Darin seien Ansätze für Sitzungsentschädigungen sowie Halb- und Tagesansätze vernünftig und klar geregelt. Er bekomme ein jährliches Honorar von 4500 Franken und Sitzungsgelder. Und er sei ein Verwaltungsratspräsident mit hohem zeitlichem Engagement. Genauere Zahlen zur Entschädigung des Verwaltungsrates würden innerhalb der Generalversammlung am 13. Mai präsentiert.

«Vergangenheitsbewältigung sollte jetzt vorbei sein»

Die Erarbeitung des Abschlusses 2019 des «Suhrental Alterszentrum» befindet sich in der Endphase. Die Zahlen würden an der Generalversammlung präsentiert, so Matthiessen. Dabei werde zu berücksichtigen sein, dass es noch Einflüsse aus der Vergangenheit gäbe. «Aber die Vergangenheitsbewältigung sollte jetzt vorbei sein. Unser oberstes Ziel ist es nun, aufgrund der soliden Basis, auf den Um-/Neubau hinzuarbeiten», betont Matthiessen. Und er spricht der Geschäftsleiterin Bernadette Flükiger das Vertrauen aus. «Sie ist absolut etabliert, besitzt einen grossen Leistungsausweis und hat zusammen mit ihrer Crew dafür gesorgt, dass trotz künstlich erzeugtem Druck von aussen das Wohl der Bewohner immer erste Priorität hatte.»

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