Der Bedarf an Heimplätzen für demenzkranke Menschen steige, sagte Stiftungsratspräsident Max Rudolf Schlör. Nachdem im Dorfzentrum altersgerechte Wohnungen gebaut worden seien, habe sich der Sonnenberg entschlossen, acht Alterswohnungen zu zwei Wohngruppenräumen für demenzkranke Bewohner umzubauen. «Viele Demenzkranke fühlen sich in einer besonderen Wohngruppe wieder wohler», sagt Heimleiterin Miriam Lo Conte. Der Sonnenberg hat sein Angebot verdreifacht und wird ab August bis Ende November die neuen Plätze belegt haben. Das zusätzliche Personal sei bereits rekrutiert, sagt Lo Conte, es habe genügend Fachleute, welche diese Herausforderung suchten.

In den neuen, hellen Räumen werden sowohl Einer-, als auch Zweierzimmer angeboten. Zweierzimmer entsprächen der Erkenntnis, dass Bewohner, die häufig unter Ängsten litten, sich hier besser fühlten. Dies sagen unisono die Heimleiterin und Beatrice Beck, die Präsidentin der Alzheimervereinigung Aargau. Die Grossrätin Beck sagt denn auch, häufig hätten die Angehörigen zuerst Vorbehalte gegenüber Zweierzimmern. «Für einen Teil der Bewohner bedeutet dies eine Verbesserung», sagt Beck. Die Auswahlkriterien müssten einfach klar sein, «ein monetärer Hintergrund wäre der falsche».

Beatrice Beck bedankte sich an der Feier im Namen der Patienten für das Reinacher Werk. Von den 7700 Betroffenen im Aargau würde viele von ihren Angehörigen umsorgt und gepflegt. «Ehepartner oder deren Kinder müssen sich oft einmal eingestehen, dass das Zusammenleben bis zum Tod nicht immer erfüllbar ist», sagte Beck. Die Trennung falle weniger schwer, wenn der Betreuungsort gut sei, «so wie im Sonnenberg, wo die demenzkranken Menschen eine gute Zeit miteinander verbringen können».

Die Einweihungsfeier fand im neu angelegten Demenz- und Therapiegarten statt. Der Garten mit gut zugänglichen Hochbeeten, mit beschatteten Sitzecken lädt zum Verweilen und zum Spazieren ein. Im Zentrum steht ein Brunnen, «der mit seinem Plätschern die Bewohner an frühere Zeiten erinnert und geradezu animiert, mit den Händen ins Wasser zu tauchen». Schlör erklärte, dass das Sinnliche des Gartens ab August ganz bewusst genutzt werde, wenn sich eine Gartentherapeutin regelmässig mit den Bewohnern um die Pflanzen kümmere und mit ihnen im Garten tätig sei.

Urs Nyffeler, stellvertretender Leiter der Abteilung Gesundheitsversorgung des Kantons, überbrachte die Grüsse von Regierungsrätin Susanne Hochuli. Das Altersheim Sonnenberg setze mit seiner ersten Demenzabteilung seit 1997 und jetzt mit der erweiterten Abteilung die nationale und kantonale Demenzstrategie um. Damit löse es mit seinen Angeboten einen Teil des Generationenvertrages ein. Entscheidend für das Gelingen, den Bewohnern ein fürsorgliches Heim zu bieten, seien die Mitarbeitenden, sagte Schlör, «sie brauchen nebst einer guten Ausbildung vor allem viel Geduld und ein grosses Herz». Urs Nyffeler ergänzte, Demenz sei beides, Vergessen und Nicht-Vergessen. Da gehörten nebst den Angehörigen, auch die Freunde und Nachbarn dazu. «Echte Freunde sind diejenigen, die nach der Frage ‹wie geht es?› auch die Antwort abwarten.»