Nach einem kurzen Referat von Regierungsrätin Susanne Hochuli zu «Auf dem Weg zu einer neuen Alterspolitik», gab Renate Gautschy ihrer Freude Ausdruck, dass unter den Teilnehmern sämtlich 12 aargauSüd-Gemeinden und alle grösseren Institutionen (Spital und Alterszentren) vertreten waren.

Roland Guntern, Projektleiter für das Altersleitbild, fasste die Ergebnisse der Ist-Analyse zusammen. Er wies zuerst auf die Bevölkerungsstatistik hin. Die Grafik zeigt klar, dass der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in den nächsten zwanzig Jahren auch im Bezirk Kulm markant steigen wird. Die Pyramide wird zeichnerisch zum Apfelbaum mit ausladender Krone. Da stelle sich die Frage: «Welche Massnahmen braucht es, damit es den älteren Menschen noch gut geht?», sagte Guntern.

Vieles liegt im grünen Bereich

Die Ist-Analyse habe gezeigt, so Guntern, dass im oberen Wynental viele Angebote und eine gute Infrastruktur vorhanden seien. So sei dank des Regionalspitals in Menziken die medizinische Versorgung gut. Was aber fehle in der Region, seien genügend Hausärzte. Die ambulanten Dienstleistungen wie Krankenpflege, Betreuungsdienste, auch die Sozialberatungen und die Seelsorge, werden als gut beurteilt. «Hier ist die Abdeckung in der Region flächendeckend», sagte Guntern.

Ebenfalls positiv beurteilt die Kerngruppe die «Wohnmöglichkeiten im Alter, Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und Bildung.» Die Anbindung der Region an den öffentlichen Verkehr wird als «gut» bezeichnet, wenn sie sich für die Randgebiete auch etwas aufwendiger gestalte. Positiv fallen im oberen Wynental auch die umfassenden Angebote der Besuchsdienste und Sterbegleitung auf.

Minus bei der Sicherheit

Die Analyse zeigt Mängel und Wünsche bei der Sicherheit im öffentlichen Bereich. Da sei es wichtig, bei Neubauten und Sanierungen Hindernisse zu eliminieren in den Fussgängerzonen. Auch die regionale Zusammenarbeit soll über die Gemeindegrenzen hinaus verbessert und intensiviert werden, so Guntern.

Projektleiter Guntern liess die Besucher in sieben Gruppen die Analyseergebnisse diskutieren und wünschte sich für die darauffolgende Zusammenfassung im Plenum Auskünfte zu drei Punkte: «Was ist für Sie positiv? Wo sehen Sie Negativpunkte? Welche Ideen sollten weiterverfolgt werden?

Während vierzig Minuten entbrannten an den sieben Tischen engagierte Gespräche. Da diskutierte der Spitaldirektor mit dem Gemeinderat, die Pflegedienstleiterin mit der Fachfrau von der Pro Senectute. Engagierte Seniorinnen und Senioren kamen mit Behördenmitgliedern und Vertreterinnen der Spitex ins Gespräch.

Genau dies sei das Ziel der Veranstaltung gewesen, sagte Renate Gautschy, «die Leute aus verschiedenen Institutionen kommen miteinander ins Gespräch.»

Die Auswertung bestätigte zum Teil bereits bekannte Defizite: Da wurden die fehlenden Hausärzte erwähnt, die Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Informationen oder die Anbindung der Alterszentren an den öffentlichen Verkehr.

Renate Gautschy erklärte, die Arbeitsgruppe werde diese Anliegen weiterverfolgen. «Wir brauchen Fachleute», sagte sie, «aber auch Menschen mit einem grossen Herz.»