Der lokale Kabelnetzanbieter, die EWS Energie AG, hat am 8. Oktober 5500 Kunden umgestellt. Erstens auf digitale Signale, weil die EWS die TV- und Telefondaten statt wie bisher von der Ziknet Suhr neu von der Finecom bezieht.

Zweitens aber administrativ, weil die Kunden jetzt von Reinach aus betreut werden. Für die Kunden mit Digital-TV erforderte die Umstellung die Eingabe einer neuen Nummer am TV-Gerät und einen sogenannten Sendersuchlauf. Und weil der neue Provider nicht die identischen Produkte anbietet, mussten die Kunden sich neu entscheiden.

Ohne Nebengeräusche ging’s nicht

Jetzt, wo die Umstellung erfolgt ist, sieht sich die EWS mit Fragen und Vorwürfen konfrontiert. So erklärt der Menziker Lars Persson in einem Brief an die az, er habe sich fristgerecht bei der EWS gemeldet. Aber es habe gar nichts geklappt. «Nach mehreren Telefonaten und Besuchen im Quick-Line Shop habe ich noch immer nicht, was ich bestellt habe.»

Man habe ihm erklärt, er sei gar nicht im System erfasst. Für eine derartige Umstellung wäre professionelles Handeln von Seite der EWS gefragt, schreibt Persson und fragt die EWS: «Sind die Kunden euch eigentlich vollständig egal?»

Unterstützung erhält der Menziker vom «Wynentaler Blatt» vom 15. Oktober, welches an die Adresse der EWS schreibt: «Das war ein Schlag ins Wasser! Vor allem aber eine Information und Kommunikation, die meilenweit von den echten Kundenbedürfnissen entfernt ist.» So ungeschickt dürfe man mit erwachsenen Menschen nicht umgehen.

Geschäftsleiter nimmt Stellung

Bruno Bühlmann, Geschäftsleiter der EWS, sagt auf Anfrage der az: «Ich verstehe den Ärger von Kunden, wenn plötzlich weder Telefon, TV oder PC richtig funktionieren.» Es sei auch richtig, dass bei der Umstellung von 5500 Kunden einzelne administrativ zwischen Stuhl und Bank gefallen seien und dann keine Signale in der Leitung hatten.

Es seien aber weniger als 100 Internet/Telefon-Kunden. «Für diese ist es ärgerlich, da gehe ich mit den Kritikern einig.»

Die EWS habe für die Kommunikation Profis engagiert, betreibe ein Callcenter für Hilfeleistungen. Den Vorwurf der schlechten Kommunikation lasse er so nicht gelten. Bühlmann ergänzt, dass er trotz aller Schwierigkeiten auch Feedbacks von Kunden erhielt, die Verständnis zeigten. Ein betroffener IT-Fachmann habe geäussert, er wisse gut, was so eine Umstellung bedeute.

Auch TV-Händler Martin Heiz, der vier Techniker im Kundeneinsatz hat, sagt, er habe da ein gewisses Verständnis, das sei eine gewaltige Umstellung gewesen, «und jetzt können wohl bald alle wieder fernsehen.»