Auf den Bauamtsleiter Manfred Feldmann und seinen Mitarbeiter Samuel Omlin wartet eine Menge Arbeit. Ungefähr 500 neue Hausnummern müssen montiert werden. Die Gemeinde Uerkheim hat nämlich eine Umnummerierung vor.

Bis jetzt waren die Nummern nach einer alten Ordnung im Dorf verteilt. Die bis zu dreistelligen Nummern folgten auch in der gleichen Strasse nicht aufeinander und machten es für Rettungsdienste und Auswärtige schwierig, das richtige Haus zu finden. Eine Planungskommission war zusammen mit dem Planungsbüro Metron aus Brugg für eine neue Anordnung zuständig, die Bevölkerung konnte eigene Wünsche anbringen.

Viele dieser Wünsche bezogen sich auf die Zahl 13. «Manche Leute sind abergläubisch und wollen nicht in einem Haus mit dieser Nummer wohnen», erklärt Feldmann. Die Planungskommission nahm auf diese Wünsche Rücksicht. Der Blick auf den Parzellenplan zeigte, was getan werden konnte. «Auch Parzellen ohne Haus haben eine Nummer», sagt Feldmann. Um die Nummer 13 zu vermeiden, konnte in einigen Fällen die Nummer einer leeren Parzelle vorgezogen werden. Oder bei grösseren Liegenschaften gibt es einen Eingang 15A und einen Eingang 15B. Im ganzen Dorf sei die Nummer 13 etwa 20-mal verteilt, 15 der betroffenen Bewohner hätten die Zahl mit dem schlechten Ruf ohne Probleme akzeptiert.

Flur- und Strassennamen

In der Planungskommission war auch ein Pöstler dabei. Für die tägliche Postzustellung ist die Sichtbarkeit der Nummern vonnöten. So werden die neuen Nummern allenfalls nicht am gleichen Ort wie die alten montiert. Auch Strassen wurden mit neuen Schildern ausgestattet, die Namen der Strassen wurden nach einem einheitlichen Muster aktualisiert. So sind aus Strassen, die bis jetzt einfach nach dem dortigen Flurnamen benannt waren, Strassennamen entstanden. So wurde aus der Strasse mit dem Namen Rittach, die zum gleichnamigen Hof führt, die Rittachstrasse.

Ein Strassenname ist ganz neu: Die Lindenstrasse gab es vorher nicht. Sie beginnt im Gebiet Linden und führt nördlich der Grenze zu Safenwil entlang. «Bei der Namengebung musste eine mögliche Fusion mit Zofingen beachtet werden. Nur ein Strassenname, den es in Zofingen noch nicht gibt, kam für Uerkheim infrage», sagt Feldmann. Strassennamen sind für die Bevölkerung kein notwendiges Übel, wie die Planungskommission feststellte. Auch Einwohnern, die an kurzen Zufahrtsstrassen wohnte, war es wichtig, dass diese ihren eigenen Namen bekam. Die Zelglistrasse beispielsweise führt nur zu zwei Häusern.

Wichtig ist auch die Signalisierung an der Hauptachse, erklärt Feldmann. Alle kleinen, abgehenden Strassen erhalten ein Schild, wenn sie auf die Hauptstrasse treffen. Dieser Namen gehört auch bald der Vergangenheit an, die Hauptachse heisst neu Dorfstrasse. «Dorfstrasse tönt heimeliger und passt besser zu unserer Gemeinde. Hauptstrasse tönt nach einer halben Autobahn», meint Feldmann. Die neuen Strassenschilder sind bereits montiert und weisen blau glänzend den Weg.

Bei den Strassen- sowie den Nummernschildern gibt es verschiedene Macharten. Aus der Bevölkerung und der Kommission sei der Wunsch nach den Schildern mit traditionellem Reliefguss laut geworden. Die weisse Schrift hebt sich dabei deutlich spür- und sichtbar vom Hintergrund ab. Diese seien zwar etwas teurer, sähen aber auch schöner aus, sagt Feldmann.

Und was passiert mit den alten Hausnummern aus Emaille, kann man sich diese zur Erinnerung ins Wohnzimmer hängen? «Eher in den Keller», sagt Feldmann. Die alten Nummern sind die Versicherungsnummern der Häuser in den Büchern der Gebäudeversicherung. Deshalb tun sich die Bewohner gut daran, diese an einem neutralen Ort wieder anzubringen.