Es geschah am Sonntagabend, 20.44 Uhr: Ein Meteor, im Volksmund auch Sternschnuppe genannt, war für fünf bis sechs Sekunden am Himmel zu sehen – ein gleissend heller Feuerball raste über die Schweiz. Das bestätigte Jonas Schenker von der Fachgruppe Meteorastronomie (FMA) auf Anfrage der sda. Eine spezielle Kamera habe das Phänomen auch für die Fachgruppe festgehalten.

Dass Teile von Kometen oder Asteroiden, sogenannte Meteoriden, in die Erdatmosphäre eindringen und hier als Meteore am Himmel ihre Leuchtspuren hinterlassen, geschehe jede Nacht hundertfach, sagte Schenker. Laut Augenzeugen habe der Meteor vom Sonntag allerdings Donnergeräusche ausgelöst, sei überaus gross gewesen und sei am Ende gar aufgesplittert. Das sei selten.

Meteorit über der Schweiz

Meteorit über der Schweiz

«Es würde darauf hindeuten, dass er in tiefere Luftschichten vorgedrungen ist», sagte der Ingenieur. In der Regel verdampfen Meteore in 70 bis 100 Kilometern Höhe vollständig. Jener vom Sonntagabend dürfte sich der Erdoberfläche bis auf rund 20 Kilometer genähert haben.

In diesem Falle bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Objekt in den freien Fall übergehe, zu leuchten aufhöre und es zu einem Einschlag komme. Das Himmelsteilchen dürfte beim Eintreten in die Erdatmosphäre etwa faustgross gewesen sein.

Ein Leser will beweisen, dass es nicht nur ein Meteor war, sondern gar ein Meteorit – so werden Meteoren genannt, welche die Erde erreichen.

Als der 19-jährige Alexander Bangert, angehender Zahntechniker aus Schöftland, einen Knall hört, geht er nach draussen und findet auf der Terrasse und im Rasen des Gartens vier Steine.

Meteor gefilmt von Auto-Kamera

Meteor gefilmt von Auto-Kamera

Er ist sich sicher, dass sie vom Meteoriten stammen: «Ich weiss nicht, wie diese Objekte sonst dahin gekommen sind. Die Steine glänzen, als ob sie verglast worden seien. Ich habe so etwas noch nie gesehen», sagt er gegenüber «20 Minuten online». Eines der Objekte will er sicher behalten; was er mit den anderen macht, wisse er noch nicht.

Für den bekannten Meteoriten-Sammler Beat Booz sehen die Steine nicht wie typische Meteoriten aus: «Die durchgängigen Linien und die glasig erscheinende grössere Fläche im Bild mit dem 20-Räppler sind merkwürdig», sagt Booz, der auch Mitglied der Fachgruppe Meteorastronomie ist, gegenüber «20 Minuten online». Die Stücke sähen für ihn auch zu kantig aus. 

Jonas Schenker von der Fachgruppe Meteorastronomie schliesst nicht aus, dass einige Bruchstücke des Meteors nicht vollständig in der Atmosphäre verglühten, sondern im freien Fall den Boden erreichten. Es sei aber noch Gegenstand von Ermittlungen, wo dies hätte der Fall sein können. 

Auch bei Mannheim filmte eine Auto-Kamera den Meteor

Auch bei Mannheim filmte eine Auto-Kamera den Meteor

Beim Eintreten in die Erdatmosphäre etwa faustgross

Dass Teile von Kometen oder Asteroiden, sogenannte Meteoriden, in die Erdatmosphäre eindringen und hier als Meteore am Himmel ihre Leuchtspuren hinterlassen, geschehe jede Nacht hundertfach, sagte Schenker gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Laut Augenzeugen habe der Meteor vom Sonntag allerdings Donnergeräusche ausgelöst und sei am Ende gar aufgesplittert. Das sei selten.

«Es würde darauf hindeuten, dass er in tiefere Luftschichten vorgedrungen ist», sagte der Ingenieur. In der Regel verdampfen Meteore in 70 bis 100 Kilometern Höhe vollständig. Jener vom Sonntagabend dürfte sich der Erdoberfläche bis auf rund 20 Kilometer genähert haben.

In diesem Falle bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Objekt in den freien Fall übergehe, zu leuchten aufhöre und es zu einem Einschlag komme. Das Himmelsteilchen dürfte beim Eintreten in die Erdatmosphäre etwa faustgross gewesen sein.

Zum Vergleich: Der Meteorit, der im Februar 2013 im Gebiet Tscheljabinsk in Russland eingeschlagen war, hatte beim Eintreten in die Erdatmosphäre einen Durchmesser von 19 Metern.