Ein «Wetten, dass ...?»-König ist nicht mehr: Robert Diggelmann-Ramseier starb am 7. Januar nur wenige Tage vor seinem 94. Geburtstag. Der gelernte Steinmetz lebte jahrzehntelang in Muhen, zuletzt in Zofingen. In der Region war er ein Begriff als Fitness-Instruktor mit eigenem Studio in Olten – das breite Publikum kannte ihn aber von seinem Auftritt in der Sendung von Thomas Gottschalk im März 2003 in Luzern.

Wette verloren, Herzen gewonnen

Diggelmann wettete, dass er in vier Minuten mit einer 50-Kilo-Hantel auf der Schulter mehr Kniebeugen schafft als der damals amtierende Weltmeister im Gewichtheben, Oliver Caruso – dabei war Diggelmann zum Zeitpunkt der Sendung bereits 79 Jahre alt, Caruso dagegen erst 29. Es sei schwierig gewesen, überhaupt jemanden zu finden, der gegen ihn antreten wollte, sagte Diggelmann damals»: «Kein Athlet wollte sich gegen einen 79-Jährigen blamieren.»

Diggelmann verpasste den Wettsieg ganz knapp. Er schaffte 96 Kniebeugen – und führte das auf den verpassten Mittagsschlaf zurück. Doch Diggelmann hatte beim Fernsehpublikum derart viele Sympathien gewonnen, dass es ihn zum Wettkönig wählte. Selbst Thomas Gottschalk bekannte: «Der Bursche ist schon eine Wucht.»

Seine beeindruckende Fitness brachte Robert Diggelmann knapp zwei Jahre später bis nach China, wo ein «Wetten, dass ...?»-Format aufgebaut werden sollte. Auf Einladung von Thomas Gottschalk durfte Diggelmann in Peking nochmals zu Kniebeugen antreten – die Sendung wurde von rund 150 Millionen Zuschauern gesehen.

Ehemaliger Olympionike

Sport hatte den mehrfachen Vater, Gross- und Urgrossvater schon immer begeistert. 1948 durfte der nur 1,60 m grosse Athlet als Ringer an die Olympischen Sommerspiele in London fahren (Weltergewicht, griechisch-römisch). Sein Kampfgewicht von 72 Kilo hielt er bis ins hohe Alter.

Mehrmals pro Woche stemmte Robert Diggelmann Gewichte. Noch im Alter von 85 Jahren schaffte er mühelos 100 Kniebeugen mit einer 50-Kilo-Hantel auf den Schultern, wie er damals einer AZ-Reporterin demonstrierte. Seine Fitness führte er auch immer auf seine Ernährung zurück – seit seiner Jugend habe er immer «Hülsenfrüchte in Hülle und Fülle» gegessen, Bohnensuppe war seine Leibspeise, es gab sie fast jeden Mittag.

«Mit einer positiven Grundhaltung geht es auch der Seele gut», lautete ein Motto von Robert Diggelmann. Jahrzehntelang praktizierte er Yoga. Ganz am Schluss seines langen Lebens litt er an einer schweren Krankheit.