Neuorganisation
Aargauer Kantonspolizei schliesst in Schöftland den ersten Posten

Die Kantonspolizei organisiert sich neu. Sie schliesst mehrere Posten, zuerst jenen im Suhrentaler Dorf Schöftland. Die Repol bleibt dagegen in Schöftland – und betreibt auch weiterhin den Schalterdienst.

Christine Wullschlegerund Mario Fuchs
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Bald wird nur noch die Regionalpolizei in Schöftland vertreten sein.Chris Iseli

Bald wird nur noch die Regionalpolizei in Schöftland vertreten sein.Chris Iseli

Chris Iseli

Heute Samstag geht in Schöftland nicht nur das Jahr zu Ende, sondern auch eine Ära: Der Posten der Kantonspolizei Aargau schliesst. Er fällt als erster der laufenden Reorganisation der Kantonspolizei unter dem Projektnamen «Kapo 2020» zum Opfer. Durch diese soll die Patrouillendichte erhöht werden, um damit die mobile Präsenz im ganzen Kantonsgebiet zu verstärken. Damit soll das Ziel, dass 15 Minuten nach einem Notruf eine Polizeipatrouille vor Ort ist, noch besser erreicht werden. «Damit die erforderlichen Polizistinnen und Polizisten für die zusätzlichen Patrouillen zur Verfügung stehen, muss die bisherige Zahl von 17 Posten der Kantonspolizei reduziert werden», heisst es in einer Medienmitteilung.

Nach der Schliessung in Schöftland folgen Mitte 2017 Spreitenbach, Anfang 2018 Laufenburg. Noch ist nicht über das Schicksal aller Posten entschieden – so steht etwa der Entscheid im Wynental noch aus. Bis jetzt ist die Kantonspolizei dort in Unterkulm und Reinach stationiert. Voraussichtlich bis Mitte 2017 wird der Regierungsrat laut Mitteilung über die weiteren Stützpunktstandorte und Postenaufhebungen entscheiden.

Repol-Posten bleibt

Der Schöftler Gemeindeammann Rolf Buchser sagt: «Uns wurde das neue Standortkonzept der Kantonspolizei sowie der finale Entscheid frühzeitig kommuniziert respektive angekündigt.» Die Erhöhung der Patrouillendichte und die mobile Präsenz der Kapo auf der einen Seite bedingten die Aufhebung der kleineren Kapo-Posten auf der anderen Seite. «Das ist eine operative Notwendigkeit und erhöht durch die grössere Präsenz, zusammen mit der Regionalpolizei, unsere Sicherheit», sagt Buchser weiter.

Für die Schöftler Bevölkerung ändert sich durch die Auflösung des Kantonspolizei-Postens nichts: «Die Sicherheit der Schöftler und Suhrentaler Bevölkerung bleibt unverändert, da der Repol-Posten und der Schalterdienst in Schöftland weiterhin betrieben werden.» Nach Abzug der Kapo müsse einzig der Repol-Posten bezüglich Personal, Räumlichkeiten und Öffnungszeiten neu organisiert werden.

Gemeinden und Regionalpolizeien befürchteten im Vorfeld, es könnte durch die Regorganisation zu einem Abbau der Sicherheit kommen. Diese Bedenken findet der Regierungsrat «verständlich» – er beurteilt sie aber als «unbegründet».

Hofmann dankt dem Korps

Die polizeiliche Versorgung der Bevölkerung werde mit der Umsetzung von «Kapo 2020» verbessert. Es bestehe weiterhin «ein dichtes Netz von 38 polizeilichen Anlaufstellen» (13 Kapo, 28 Repol, davon 3 gemeinsame).

Inmitten des organisatorischen Umbaus traf sich das Korps in Windisch zur traditionellen Jahresschlussfeier. Sicherheitsdirektor Urs Hofmann würdigte das Engagement der Polizistinnen und Polizisten: «Dank Ihres Einsatzes ist der Aargau ein sicherer und lebenswerter Kanton. Sie erbringen einen wichtigen Beitrag zum friedlichen und sicheren Zusammenleben im Aargau.» Auch Polizeikommandant Michael Leupold zeigte sich zufrieden mit den Leistungen seiner Truppe: «Die Bilanz des Jahres erfüllt uns zu Recht mit Genugtuung».

Jahresschlussfeier Kapo Aargau 2016
3 Bilder
Regierungsrat Urs Hofmann und Oberst Michael Leupold gratulieren den beförderten Korpsangehörigen.
Das Spiel der Kantonspolizei Aargau.

Jahresschlussfeier Kapo Aargau 2016

Kapo AG