Reinach
Aargau Süd lernt mit Energie effizient umgehen

Smart Power ist ein Systemvon Möglichkeiten, um gesamthaft bis zu 70 Prozent Energie einzusparen. Hinter dem Projekt steht der Reinacher Energiefachmann Urs Löpfe.

Peter Siegrist
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Smart Power

Smart Power

Keystone

Hinter dem Begriff Smart Power steckt ein umfassendes Energie-Projekt. Smart Power meint den cleveren und effizienten Umgang mit Energie. Der Reinacher Energiefachmann Urs Löpfe steht als Entwickler hinter diesem Projekt. Die Idee beruht auf dem Prinzip, dass Stromproduktion und Stromverbrauch immer im Gleichgewicht sein müssen.

Mit einer konsequenten Nutzung von Umweltenergien, der intelligenten Vernetzung und Steuerung von Verbrauchern und dezentraler Produktion (Wärmekraftkopplung) kann der Gesamtenergieverbrauch drastisch reduziert werden und die elektrische Energie effizienter eingesetzt werden. Smart Power will die Versorgungssicherheit verbessern und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und von Stromproduzenten aus dem Ausland deutlich verringern.

Der Beweis ist bereits erbracht

Löpfe hat mit seiner Energiefirma Enercontract an verschiedenen Objekten den Beweis erbracht, welch grosses Sparpotenzial bei Gebäuden, Schulanlagen, Schwimmbädern vorhanden ist (siehe Artikel unten). Beim Aareschulhaus in Aarau ist es gelungen, den Energieverbrauch um 80 Prozent zu senken (=minus 72600 Liter Heizöl pro Jahr). Ähnliche Werte erwarten die Gontenschwiler nach dem Umbau der Schulanlage.

Smart Power bleibt nicht beim Einsatz von Grundwasser- oder Erdsonden-Wärmepumpen stehen. So können beispielsweise dezentrale Blockheiz-Kraftwerke zugeschaltet werden, um die Stromspitzen abzudecken. Smart Power beruht darauf, dass «intelligente Geräte» sich automatisch zu- oder abschalten, immer in Abhängigkeit der Strompreise und der Netzauslastung. Heizungen und Haushaltgeräte können ohne Qualitätseinbusse gut in Schwachlastzeiten in Betrieb sein.

Diese flexible Intelligenz braucht es auch auf der Produktionsseite. Nebst Grosskraftwerken, welche die permanente Bandenergie erzeugen, braucht es Anlagen wie Fluss-, Speicher- und Kleinkraftwerke, welche rasch zu- und abgeschaltet werden können. Dieses gesteuerte Zusammenspiel zwischen Stromproduktion und -verbrauch gehört ebenso zum Projekt Smart Power. Vor allem im Winterhalbjahr ist der Strom in der Schweiz Mangelware, weshalb ein cleveres Strommanagement nötig ist.

Enercontract hat einen Kapitalgeber gefunden, der jetzt Smart Power als Pilotprojekt im Oberwynental unterstützt. Bis Ende 2012 sollen 20 Anlagen in Betrieb sein und der Nachweis der Effizienz vorliegen. Während in Gontenschwil bereits für Erdsonden gebohrt wurde, prüft Reinach eine Grundwasser-Wärmepumpenanlage für eine Schulanlage.