Menziken

«60 plus» baut 54 Wohnungen – Baugesuch liegt nun öffentlich auf

Auf dem Brachland im Menziker Unterdorf sollen fünf Mehrfamilienhäuser entstehen.

Auf dem Brachland im Menziker Unterdorf sollen fünf Mehrfamilienhäuser entstehen.

Das Baugesuch des Berner Unternehmens liegt seit gestern öffentlich auf.

Auf der brachliegenden Wiese hinter Moto Bättig ragen die nächsten Bauprofile von Menziken in die Höhe. Es sollen fünf Mehrfamilienhäuser mit 54 Wohnungen und über 300 Solarpanels auf den Dächern entstehen. Investor ist das Berner Unternehmen «60 plus AG», das gemäss seiner Website «Wohnen mit Service für aktive Menschen bis ins hohe Alter» realisiert. Der Projektleiter für Menziken war nicht erreichbar. Ähnliche dimensionierte Anlagen hat das Unternehmen schon in Schönbühl und Grenchen gebaut. Dort setzte «60 plus» auf hochwertige Eigentums- und Mietwohnungen, ein hauseigenes Restaurant und ein grosses Dienstleistungspaket.

Luxuriöse Angebote

In Grenchen zogen Unternehmen in die Überbauung, die sich auf passende Angebote für Senioren spezialisiert haben, etwa die Spitex. Dazu kommen eine Bibliothek, Well- und Fitnessbereich, Vinothek, eine Reinigung und Betreuungsangebote. Die Wohnungen waren in Grenchen schnell vermietet. Was in Menziken alles genau angeboten wird, steht nicht in den Baugesuchsunterlagen. Es ist lediglich die Rede von «übrigen Dienstleistungsbetrieben wie Büros», die noch nicht genauer bestimmt sind.

Die Dimensionen und voraussichtlichen Baukosten sind denen in Grenchen ähnlich: 20 Millionen Franken oder 600 Franken pro Kubikmeter will die Bauherrin für rund 10'000 Quadratmeter Geschossfläche investieren. Seit mindestens 2012 laufen die Planungsarbeiten für die Überbauung Sternenmatte.

Die Investoren planen folgenden Wohnungsmix: Nur eine Zwei-Zimmer-Wohnung entsteht, dazu kommen 22 Drei-Zimmer- und 31 Vier-Zimmer-Wohnungen. Die einzelnen Backstein-Häuser sollen alle unterkellert und über eine Tiefgarage miteinander verbunden werden. Im Baugesuch hebt Architekt Thomas Meier ausserdem den grosszügigen Grünraum im Innern der geplanten Siedlung hervor. Er wird einen kleinen Spielplatz für die Enkel zu bieten haben.

Bauen im Grundwasser

Zu stehen kommen die fünf Häuser mit Tiefgarage am Rand eines Grundwasservorkommens, dessen Wasserpegel stark von der Wyna beeinflusst wird. Das stellte ein Geologie-Unternehmen bei Probebohrungen fest. In einem Bericht weist es daraufhin, dass es eine auf der Moräne aufliegende Schotterschicht gefunden hat, die Grundwasser führt. Das stehe im Widerspruch zur kantonalen Gewässerkarte. Diese verorte das Bauland ausserhalb nutzbarer unterirdischer Gewässer.

Minimale Zahl an Parkplätzen

Aufgrund der Dimensionen des Projekts wurde auch ein Mobilitätskonzept mit einer Kombination aus Tiefgarage, überirdischen Parkplätzen, Veloabstellplätzen und guter Erreichbarkeit des öffentlichen Verkehrs erarbeitet. So werden den Bewohnern insgesamt 215 gedeckte Veloabstellplätze zur Verfügung stehen, fast die Hälfte in der Garage. Bei den Parkplätzen für Autos beschränken sich die Bauherren auf das durch Baunormen festgelegte Minimum von 71 Parkplätzen. Im Norden tangiert das Projekt zudem den Hochwassergefahrenbereich, weshalb auch diesbezüglich Vorkehrungen getroffen werden müssen, insbesondere für einen Zugang zur Tiefgarage. Das Baugesuch liegt noch bis zum 16. Juli auf der Gemeindeverwaltung auf.

Autor

Michael Küng

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