Kölliken
530 PS vor traumhafter Bergkulisse: Für diesen 21-Jährigen ging ein Bubentraum in Erfüllung

Samuel Bossard ist in Kölliken aufgewachsen und hat in Schlossrued die Lehre gemacht. Jetzt ist er Pisten-Bully-Fahrer in Zermatt.

Martin Zürcher
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Faszination Pisten-Bully: Am Abend beginnt die Arbeit für Samuel Bossard.

Faszination Pisten-Bully: Am Abend beginnt die Arbeit für Samuel Bossard.

Michael Portmann

Von seinem Arbeitsplatz aus sieht er täglich das Matterhorn. Sein «Bürostuhl» hat 530 PS und ist darauf ausgerichtet, die rund 75 Kilometer Skipisten im Skigebiet Zermatt-Süd in Schuss zu halten. Die Rede ist vom Kölliker Samuel Bossard, der sich damit einen Kindheitstraum erfüllt hat.

Skifahren war für den 21-Jährigen schon in seiner Kindheit das Grösste. Allerdings gab es da noch etwas, das viel grösser war. Wann immer irgendwo ein Pistenfahrzeug auftauchte, war Klein Sämi nicht mehr von der Stelle zu bewegen. Die Power, das futuristische Aussehen und das Wissen, dass man mit diesem Gerät einfach jeden noch so hohen Berg bezwingen konnte, waren für Bossard Grund genug, schon damals zu sagen: «Wenn ich gross bin, werde ich auch so eine Maschine fahren.»

Ein RS-Kontakt führte zum Ziel

Feuerwehrmann, Polizist, Lokführer oder Pilot – beinahe jeder Bub hat einmal solche oder ähnliche Träume. Nicht jedem gelingt es, diese auch zu verwirklichen. Samuel Bossard verlor sein Ziel aber nie aus den Augen. Nach der Schulzeit und der Ausbildung zum Zimmermann bei der Firma Hochuli Holzbau in Schlossrued waren die Träume von früher plötzlich wieder ganz präsent.

Hartnäckigkeit wird belohnt. Samuel Bossard bewarb sich in vielen Skigebieten um eine Stelle als Pisten-Bully-Fahrer. Eine Absage nach der andern flatterte in seinen Briefkasten. Ein Kollege aus der Rekrutenschule diente dem jungen Mann schliesslich als Türöffner bei den Bergbahnen Zermatt. Nach einem Jahr im Bereich Seilbahntechnik konnte Samuel Bossard in diesem Jahr seine erste Saison als Pisten-Bully-Fahrer im Gebiet Zermatt Süd in Angriff nehmen. Als Mitglied eines 18 Mann starken Teams hat er rund 75 Kilometer Skipisten in Schuss zu halten.

Die Gefahr lauert nach Pistenschluss

Sein Fahrzeug, ein Prinoth Leitwolf, ist mit einem 530 PS starken Sechszylinder-Dieselmotor ausgerüstet, der 2460 Newtonmeter Drehmoment abgibt. Damit hat Bossard absolut keine Mühe, tonnenweise Schnee in eine schöne Piste zu verwandeln. Auf die Frage, ob sein Job nicht sehr gefährlich sei, sagt Bossard: «Nein, das Fahrzeug fällt nicht um. Und wenn man mit Bedacht und Vorsicht agiert, ist der Job nicht gefährlicher als andere auch.» Leider seien aber die Ski- und Snowboardfahrer, die nach Pistenschluss noch unterwegs seien, nicht immer vorsichtig genug. «Sie bringen sich und auch uns mit ihrem Verhalten in heikle Situationen!»

Samuel Bossard hat sich seinen grossen Kindheitstraum erfüllt und sein Job als Pisten-Bully-Fahrer macht ihm grossen Spass. Er blickt aber auch schon in die Zukunft und macht sich Gedanken darüber, wie es in seinem Leben weitergeht. «Nach der Wintersaison werde ich wieder als Zimmermann arbeiten. Ich will in Zermatt bleiben, mich mit dem speziellen Walliser Holzbau auseinandersetzen und möglichst viel Neues dazulernen.» Und zu seinen weiteren Zukunftsplänen sagt Bossard: «Ich möchte mindestens noch zwei weitere Wintersaisons mit dem Bully fahren.»