In diesem Jahr hätte das Regionale Alterszentrum Schöftland einen runden Geburtstag zu feiern: 50 Jahre. Ein grosses Fest hätte es geben sollen, die Ankündigungen wurden bereits versandt. Doch eben nur «hätte», denn letzte Woche wurde entschieden, dass der Festanlass «aufgrund der aktuellen Situation», wie es in der Mitteilung heisst, verschoben wird. Ein kleines Fest mit einem feinen Menü und musikalischer Unterhaltung wird es zwar geben, jedoch nur für die Bewohnerinnen und Bewohner. Das grosse Fest soll im Rahmen des Spatenstichs für das neue Pflegezentrum erfolgen. Dieser könnte laut Zentrumsleiter ad interim, Otto Zeller, in einem bis eineinhalb Jahren sein. Zur Freistellung von Zentrumsleiter Thomas Zeller nimmt Verwaltungsratspräsident Hans Rudolf Würgler nun Stellung:

Herr Würgler, das Fest zum 50. Geburtstag des Regionalen Alterszentrums Schöftland wird wahrscheinlich erst im nächsten Jahr stattfinden. Sind Sie nicht in Feierlaune?

Hans Rudolf Würgler: Das Fest findet in reduzierter Form statt. Wir planen eine interne Feier, nur mit unseren Pensionären. Die Jubiläumsfeier holen wir bei der Einweihung der ersten Etappe des sanierten Alterszentrums nach.

An der Generalversammlung des Vereins Regionales Alterszentrum haben Sie gesagt, dass der Freistellung von Thomas Zeller keine gesetzlichen Verstösse zugrunde liegen. Warum wurde er so plötzlich freigestellt?

Wie bereits früher schon erwähnt kann und will der Verwaltungsrat keine Details zur Freistellung von Thomas Zeller äussern. Grundsätzlich gilt nach wie vor als Grund, die unterschiedlichen Auffassungen zur Führung des Alterszentrums. Eine Freistellung ist auf dieser Stufe ein übliches Vorgehen und hat mit dem oder den Gründen direkt nichts zu tun.

Demnach gibt es andere Gründe?

Da muss ich Sie enttäuschen – es gibt keine anderen Gründe.

Die Mitarbeitenden haben nun Angst vor Restrukturierungen und Entlassungen. Müssen sie diese Angst haben?

Ich kann hier nur die Worte von Otto Zeller bestätigen. Der Betrieb des Alterszentrums Schöftland läuft gut, auch was die Finanzen anbelangt. Es gibt überhaupt keinen Grund für Restrukturierungen und Entlassungen.

Waren Sie überrascht davon, dass Otto Zeller eher negative Reaktionen bei den Mitarbeitenden ausgelöst hatte?

Ich möchte hier nochmals festhalten, dass der gesamte Verwaltungsrat voll und ganz hinter der Person von Otto Zeller steht. Er hat in seiner mehr als 10-jährigen Tätigkeit in Schöftland seine ausgezeichneten Managementqualitäten bewiesen. Sollten einige Mitarbeiter mit seiner Anstellung nicht zufrieden sein, handelt es sich um Einzelfälle.

Otto Zeller sprach an der GV davon, dass es auf der Führungsebene Veränderungen geben wird/muss, was heisst das?

Es geht hier um organisatorische Änderungen, die sich bereits vorher abgezeichnet hatten.

Das heisst?

In der Vergangenheit hatten wir den einen oder anderen personellen Wechsel. Dies bietet jeweils Gelegenheit, die Führungsstrukturen zu überprüfen und den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Jetzt haben die Gemeinderäte offenbar einen anonymen Brief erhalten, in dem es darum geht, dass die Mitarbeitenden und die Bewohner des Alterszentrums sehr erschrocken sind, weil Otto Zeller ad interim die Zentrumsleitung übernommen hat. Auch ist die Rede davon, dass sich die Bewohner im Zimmer verkriechen und gar Suizidgedanken ausgesprochen wurden (s. Box). Was denken Sie zu diesem Brief?

Anonyme Briefe beachte und kommentiere ich grundsätzlich nicht.

Im Brief wird die sofortige Überprüfung des Verwaltungsrats und der Rücktritt von Otto Zeller gefordert, zudem soll die Kündigung von Thomas Zeller nochmals überdacht werden. Was macht der Verwaltungsrat nun?

Wie erwähnt nehme ich zu anonymen Briefen keine Stellung.

Wäre es eine Option, dass Thomas Zeller wieder zurückkommt?

Eine Rückkehr von Thomas Zeller ist mit Sicherheit keine Option.

Die Stelle der Zentrumsleitung ist noch nicht ausgeschrieben, wann soll die Stelle wieder neu besetzt werden?

Wir stellen aktuell das Anforderungsprofil zusammen. Anschliessend wird die Ausschreibung vorgenommen. Die Stelle soll innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate besetzt werden können.Wir haben übrigens bereits einige interessante Bewerbungen erhalten.