Reinach
50-Jahr-Jubiläum: Blick hinter die Kulissen des Saalbaus

Der Saalbau Reinach hat sein 50-Jahr-Jubiläum mit viel Prominenz und einem Tag der offenen Tür gefeiert.

Sibylle Haltiner
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Der Tag der offenen Tür ermöglichte den Besuchern ungewöhnliche Perspektiven, zum Beispiel von hinter dem Vorhang auf die Bühne.sih

Der Tag der offenen Tür ermöglichte den Besuchern ungewöhnliche Perspektiven, zum Beispiel von hinter dem Vorhang auf die Bühne.sih

Sibylle Haltiner

Margrit Rainer und Ruedi Walter waren hier zu Gast, ebenso Marcocello, Dimitri, Polo Hofer und Emil. Wohl die meisten Schweizer Künstler sind im Saalbau aufgetreten, Friedrich Dürrenmatt hat hier selbst seine «Physiker» inszeniert. Sogar internationale Stars wie Horst Tappert, Mario Adorf, die Wiener Sängerknaben oder Rex Gildo reisten nach Reinach. Doch auch für die Dorfvereine stand die Bühne offen: für Konzerte der Musikgesellschaft und des regionales Akkordeonorchester, Unterhaltungsabende der Dorfvereine oder den Schnäggeball.

Benefizanlass für den Nachwuchs

Um jungen Künstlern, vor allem aus der Region, beim Aufbau ihrer Karriere unter die Arme zu greifen, hat die Betriebskommission des Saalbaus einen Verein gegründet. Alle zwei Jahre, erstmals 2016, sollen Talente aus den verschiedensten Sparten eine Plattform für Auftritte erhalten und finanziell unterstützt werden; beispielsweise bei der Aufnahme einer CD, der Materialbeschaffung oder dem Druck eines Buches. Alle Künstler, die am Samstag bei «Comedy meets Music» auftraten, verzichteten zugunsten des Projekts auf die Gage. So kamen rund 30 000 Franken als Startkapital für den Verein zusammen. (sih)

Grosser Stellenwert in Reinach

Am Sonntag standen dem Publikum zudem alle Saalbau-Türen offen. Die Besucher konnten einen Blick hinter die Bühne und in die nüchtern gehaltenen Künstlergarderoben werfen. Plakate der vielen Events, die im Saalbau stattgefunden haben, waren ebenso ausgestellt wie Gästebucheinträge. «Es war eine Freude, hier spielen zu dürfen», schrieb beispielsweise Inge Meysel. Ursus und Nadeschkin bedankten sich mit einer Zeichnung beim «Mann hinter dem Vorhang» und Franz Hohler versprach: «I chume wider emol uf Riinach.»

Auch bei der Bevölkerung spielt der Saalbau eine grosse Rolle. «Wohl jeder Reinacher ist mindestens einmal im Jahr hier», sagten zwei Besucherinnen. «Der Saalbau ist ein Mittelpunkt, hier findet auch das Dorfleben statt.» Gar eine tragende Rolle schreibt Peter Frey, Gründer und Leiter des Regionalen Akkordeonorchesters, dem Saalbau zu. «Nur weil wir ihn haben, konnten wir überhaupt ein so grosses Orchester aufbauen. Die Akustik ist hervorragend und das Publikum kommt jeweils von weit her», erklärte er.