Gontenschwil/Zetzwil

3,6 km lange Abwasserleitung geplant – sie führt durch Privatland

Auf der Parzelle der ARA Gontenschwil wird ein Pumpwerk mit zusätzlichem Regenbecken gebaut.

Auf der Parzelle der ARA Gontenschwil wird ein Pumpwerk mit zusätzlichem Regenbecken gebaut.

Um das Abwasser künftig nach dem Abbau der Abwasseranlage in Gontenschwil nach Reinach pumpen zu können, muss eine Druckleitung gebaut werden. Gemäss Baugesuch durchkreuzt sie unter anderem auch Privatgrundstücke.

Bald ist die Abwasseranlage (ARA) Gontenschwil Geschichte. Da sie den strenger gewordenen Reinigungsbestimmungen nicht mehr genügt, wird sie der modernsten Anlage im Aargau, der ARA Oberwynental in Reinach, angeschlossen.

Dazu muss die noch bestehende Reinigungsanlage in Gontenschwil abmontiert und ein Pumpwerk integriert werden. Ausserdem ist eine Druckleitung bis nach Reinach geplant. Nun ist klar, wo die 3,6 Kilometer lange Röhre durchführt. Sie durchkreuzt unter anderem Privatgrundstücke. Das Baugesuch liegt bis zum 6. November auf.

Bewirtschaftung ohne Einschränkungen möglich

Wo es möglich sei, werde die Leitung in bestehende Feldwege verlegt, heisst es im Gesuch. Von der ARA Gontenschwil führt die Leitung am linken Wyna-Ufer entlang, unter der Moräne, dem Bahndamm und der Kantonsstrasse hindurch bis zum Bereich Glumpe. Von hier folgt sie unterirdisch Feldwegen bis zum Eiholz, wo sie das Feld und die Wyna unterquert und schliesslich in der ARA Reinach endet. Bauherrin ist der Abwasserverband Gontenschwil Zetzwil.

«Die Leitung quert neun Grundstücke in privater Hand», sagt Gemeinderat Bruno Ellenberger (Gontenschwil) auf Anfrage. Sie werde aber mit einem Meter Überdeckung verlegt. Somit sei eine Bewirtschaftung des Landes ohne Einschränkungen möglich. Schächte seien allesamt in Wegen projektiert worden.

«Bestvariante» ausgewählt

Die aufgelegte Leitungsführung sei eine Abwägung zwischen Interessen von Grundeigentümern, betrieblichen und baulichen Aspekten, sowie Interessen von kantonalen Fachstellen, sagt Bruno Ellenberger. Die Projektverfasserin, das Ingenieurunternehmen Holinger AG aus Baden, hat den zuständigen kantonalen Ämtern vorab verschiedene Linienführungen vorgeschlagen, heisst es im Baugesuch. Bei der beschriebenen Variante handle es sich für das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) um die beste Variante. Sie gelte für die Verlegung der 22 cm dicken Röhre (Innendurchmesser) als «bewilligungsfähig».

Um den Boden zu schützen, kommt in landwirtschaftlich genutzten Flächen das sogenannte Pflugverfahren zum Einsatz. Dabei wird der Boden geteilt und nicht ausgehoben. Bei guter Bodenbeschaffenheit ist von den Eingriffen nach wenigen Tagen nichts mehr zu sehen. Auch bei den Feldwegen ist das Pflugverfahren vorgesehen.

Gemeinden teilen die Kosten

Die Druckleitung ist eines von drei Teilprojekten. Im bestehenden Beckenblock der ARA Gontenschwil wird nach Abschluss der Rohrverlegung ein Pumpwerk mit zwei Regenwetter- und einer Trockenwetterpumpe eingebaut. Von diesen Pumpen wird künftig nur eine aufs Mal laufen. Ausserdem ist ein zusätzliches Regenbecken vorgesehen.

Die Kosten von 3 Millionen Franken werden nach Einwohnerwerten zwischen den beiden Gemeinden aufgeteilt. Hinzu kommt ein Beitrag an den Ausbau der ARA in Reinach. Gontenschwil kostet dies voraussichtlich 3,9 Millionen Franken. Zetzwil zahlt knapp 2,6 Millionen.

Für die Gemeinden sei es eine gute Lösung, sagte Bruno Ellenberger vergangenes Jahr, als das Projekt erstmals vorgestellt wurde. Durch den Anschluss an die ARA Oberwynental würden die jährlichen Betriebskosten gesenkt. Läuft alles nach Plan, beginnen im Frühling 2019 die Bauarbeiten. Das neue Pumpwerk wird voraussichtlich Ende 2019 in Betrieb genommen.

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