Holziken
3,8 Millionen für ein neues Schulhaus – es wird teurer, weil nachhaltiger

Das neue Schul- und Kindergartengebäude könnte einen Einfluss auf den Steuerfuss haben.

Peter Weingartner
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So soll das neue Schulgebäude in Holziken aussehen. Vizeammann Lukas Treier: «Wir wollen etwas Nachhaltiges bauen.»

So soll das neue Schulgebäude in Holziken aussehen. Vizeammann Lukas Treier: «Wir wollen etwas Nachhaltiges bauen.»

Lämmli Architektur/zvg

Am 27. Juni kommt der Neubau des Schul- und Kindergartengebäudes in der Hueb vor die Gemeindeversammlung. Am Montag orientierte der Gemeinderat. Dabei wurden auch kritische Fragen gestellt, beispielsweise die, ob wegen des Neubaus die Steuern erhöht werden müssen. Gemeindeammann Peter Lüscher konnte das nicht ausschliessen.

Vor zwei Jahren war von Kosten zwischen 3,5 und 4 Millionen Franken die Rede gewesen; nun geht’s um 4,3 Millionen. Diese Zahl beruht auf konkreten Offerten und beinhaltet die Kosten für die Provisorien während der Bauzeit: Da muss der Schulbetrieb gewährleistet sein. Auch die Planungskosten von 480 000 Franken, im Sommer 2015 bewilligt, sind eingerechnet. Das Kreditbegehren am 27. Juni beträgt 3,82 Millionen Franken, ohne Architekten und Fachplanerhonorare.

Vizeammann Lukas Treier begründete die Mehrkosten gegenüber der ursprünglichen Schätzung. So wird der Anbau ans bestehende Gebäude unterkellert (100 000 Franken); die hinterlüftete Fassade (100 000 Franken) wird wartungsarm gestaltet. Dazu kommen 100 000 Franken für einen Lift, für öffentliche Gebäude zwingend, und die Einrichtungen. Treier: «Wir wollen etwas Nachhaltiges bauen.»

Schule über den Kindergärten

Das Raumprogramm sieht im Erdgeschoss neben den drei Kindergärten, von denen der eine der Stiftung Schürmatt vermietet wird, einen Gruppenraum, zwei Material- und Büroräume, WC-Anlagen und ein Lehrerzimmer vor. Im Obergeschoss, der Schule zugedacht für die 1. bis 3. Klasse, finden drei Unterrichtszimmer, ein Raum für das Textile Werken, zwei Gruppenräume, ein Materialraum und ein Vorbereitungszimmer Platz. Dazu kommen neues Mobiliar und eine neue Beleuchtung, und auch auf eine akustisch gute Lösung wird Wert gelegt.

In der regen Diskussion kam der Kindergartenspielplatz aufs Tapet, der zum Katzenklo mutiere. Eine definitive Lösung ist nicht in Sicht, das Problem aber bekannt und erkannt. Ein Grossvater wies auf die geringe Beliebtheit des Spielplatzes bei seinen Enkeln hin – Schotterhalde – doch Treier verwies auf eine Umfrage, die ergeben habe, dass wieder ein solcher Spielplatz gebaut werden solle.

Beschränkung aufs Nötige

Hinterfragt wurde auch die Statik der bestehenden Unterkellerung (Zivilschutzräume). Architekt Dieter Lämmli versprach, das anzuschauen. Gegen die Hitze wird gemäss Projekt das Dach begrünt, und es wurde deutlich, dass bei unbeschränktem Kostenrahmen noch vieles möglich wäre. So bleibt es zumutbar, die Fenster zu öffnen statt einer Klimaanlage, und in der neuen Unterkellerung bleibt es vorläufig bei zwei Lichtschächten. Eine Böschung zu errichten und damit die Möglichkeit, Fenster einzubauen und Tageslicht ins Untergeschoss zu bringen, halte man sich offen, zumal die Nutzung noch nicht bestimmt sei. Der Spareffekt im Moment: 60 000 Franken.

Der Neubau soll für die nächsten 20 Jahre den Schulraum sichern. Verlässliche Prognosen sind für diesen Zeitraum allerdings nicht möglich. Denkbar ist bei «extrem steigenden Schülerzahlen», dass der Stiftung Schürmatt, die in Holziken den Kooperativen Kindergarten betreibt, gekündigt werden müsste. Zu erwarten sei dies aber nicht.

Peter Lüscher hält das Projekt für eine «für die Zukunft kostengünstige Lösung, bei der das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt». Die Heizung wird an die Schnitzelheizung angehängt.

Steuererhöhung möglich

Der Gemeinderat orientierte zudem über die Errichtung eines Gruppenraums im Untergeschoss der Mehrzweckhalle. Dafür ist ein Kredit von 80 000 Franken nötig. Die Gmeind vom 27. Juni hat auch über Reglementsanpassungen (Wasser, Abwasser, Strassen) zu befinden.

Und die Gretchenfrage: Wie steht es um den Steuerfuss? Gemeindeammann Peter Lüscher möchte den Steuerfuss bei 106 Prozent belassen, trotz der höheren Verschuldung, wenn das Kreditbegehren angenommen wird. «Wir sind an der Belastungsgrenze», sagte er. Es sei nicht auszuschliessen, dass der Gemeinderat im Herbst eine Erhöhung beantragen müsse, doch 110 Prozent wäre da die Grenze.

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