Er folge dem Motto, «Wünschbares ist von Notwendigem zu trennen», schreibt der Gemeinderat in der Broschüre zur Wintergmeind. Die Reduktion um drei Steuerprozente aus dem kantonalen Finanz- und Lastenausgleich sollen den Einwohnern nicht weitergegeben werden. Am 24. November wird deshalb eine Steuererhöhung von 3 Prozent beantragt, um die bisherigen 119 Prozent beizubehalten. Begründet wird dies mit steigenden Posten wie etwa Pflegekostenfinanzierung und Restkostenbeiträge an Sonderschulen.

Kostenbegrenzung festlegen

Die Melioration dürfte das wichtigste Thema an der Wintergmeind sein. Es geht um den Realersatz und die Beteiligung der Grundeigentümer an den Kosten. Im Rahmen der Revitalisierung der Suhre wird in den nächsten Jahren in mehreren Gemeinden des oberen Suhrentals eine Gesamtmelioration durchgeführt. Die Parzellengrenzen müssen neu gezogen werden, damit das zum Revitalisierungsprojekt benötigte Land frei wird. Die Grundeigentümer tragen dabei einen Teil der Kosten mit. Am Informationsanlass im Mai wurden Bedenken geäussert, ob die Zusicherungen des Gemeinderats an Grundeigentümer hinsichtlich Realersatz und Maximalkosten auch eingehalten werden kann (Aargauer Zeitung vom 10. 5. 2017).

Auf fast einen Drittel reduziert

Nun sollen diese Punkte klar geregelt werden. Die Stimmbürger werden entscheiden, ob die Grundeigentümer für Land, das sie wegen Bachöffnungen hergeben müssen, einen Realersatz im Verhältnis 1 zu 1 bekommen. Zweitens beantragt der Gemeinderat, festzulegen, dass die Grundeigentümer maximal 600 Franken pro Hektar Land an die Kosten entrichten müssen. Der berechnete Anteil der Grundeigentümer an die Meliorationskosten (den Rest zahlen Bund, Kanton und Gemeinde) würde sich auf 1700 Franken pro Hektar belaufen. Durch die Reduktion auf maximal 600 Franken entstehen der Gemeinde Mehrkosten, weshalb die Stimmbürger bei diesem Antrag über einem Kredit von 289 000 Franken bestimmen.

Neue REWA-Pumpe

Die Gmeind muss zudem über einen Kredit von 80 000 Franken für den Pumpenersatz der regionalen Wasserversorgung oberes Suhrental (REWA) abstimmen. Die beiden über 30-jährigen Pumpen im Moos, die Wasser nach Moosleerau und Reitnau-Attelwil pumpen, werden ersetzt. Ausserdem soll eine dritte Pumpe eingebaut werden, wodurch Reitnau-Attelwil in Zukunft neu auch von Moosleerau her Wasser beziehen kann.

Das ganze Projekt kostet 180 000 Franken. Die Wasserkasse, aus der der Kredit finanziert wird, wurde in der Vergangenheit durch hohe Investitionen bereits stark beansprucht, weshalb der Gemeinderat für die Periode 2017/ 2018 den Wasserpreis von 1 Franken auf 1.35 Franken pro Kubikmeter erhöhen musste.

Ferner beantragt der Gemeinderat, das Reglement zur Umsetzung des Kinderbetreuungsgesetzes und die Anpassung des Gemeindevertrags über die Führung der Schulsozialarbeit anzunehmen.