Muhen
289 Bildli mit lokalen Ronaldos: FC Muhen gibt Panini-Album heraus

Der Fussballverein Muhen sieht sich als Pionier und gibt als erster Schweizer Verein ein eigenes Sammelalbum mit Fotos der Mitglieder heraus. Das Sammelfieber in Muhen beginnt!

Peter Weingartner
Merken
Drucken
Teilen
Bildergalerie 3
10 Bilder
Neuer Trainer, neue Bildli.
Konzentration.
Trainer, Album und Bildli.
Tauschgeschäfte.
Tauschen.
Tauschen und sammeln.
Kleben macht Spass.
Kleben ist Arbeit.
Freude herrscht.

Bildergalerie 3

«Ich komme mir vor wie ein Superstar», lacht der 12-jährige C-Junior Nico Rykart. Eben hat er seine Fünferpäckli mit Fussballbildli geöffnet. Nun klebt er sie ins Album. Nein, keinen Cristiano Ronaldo, sein Idol, sondern, neben anderen Spielern des FC Muhen, sich selber: Die Nummer 175 auf Seite 29.

Was tun, wenn zwischen den fixen Ausgaben und den Einnahmen durch Mitgliederbeiträge eine Lücke von 55 000 Franken klafft? Der Vorstand brauche Fantasie, um das Loch zu stopfen, sagt Präsident Christian Stecher. Passivbeiträge, Sponsorenlauf und Fischessen reichen nicht. Sport ist Jugendarbeit: Den Goodwill der Bevölkerung braucht der Verein auch, wenn es darum geht, die Sportanlagen wettbewerbstauglich zu machen. «Sie entsprechen den Anforderungen 2018 nicht mehr», sagt Stecher.

«Die Idee ist an einer Vorstandssitzung geboren: Warum nicht Panini-Bildchen zum Sammeln anbieten?», sagt Stecher. Mit der Firma Myfooza aus Berlin kam man ins Geschäft. Michael Janek hat die Sammelalbum-Idee mit seinem Fussballverein TSV Aidhausen erstmals verwirklicht.

FC Muhen als Türöffner

«Wir habens bereits mit 60 Vereinen gemacht», sagt Janek, «und dieses Jahr werden wir die Hundertermarke knacken.» Den FC Muhen sieht die Firma als Türöffner für den Schweizer Markt. Die Klebebildchen werden in Deutschland hergestellt, während das Album von der Kromer-Tochter Häfliger-Druck in Wettingen gemacht wird. Mit Exklusiv-Vertrag für die Schweiz, wie Michael Mare vom Druckunternehmen betont. Er sieht Diversifikationen: «Firmen könnten solche Alben machen. Statt Teams wärens dann Abteilungen oder Standorte.»

Die Spieler bekamen am Samstagnachmittag ihren einheitlich in Blau gehaltenen Trainer (Sponsor Fahrschule Gilgen) und konnten sich mit Album und ersten Bildchen eindecken. Und nun geht’s los. Natürlich sucht man sich selber zuerst. Leotrim Memeti ist mächtig stolz: «Das bin ich!» Dann wird sortiert und getauscht. Vorab die jüngeren Spieler geraten in einen richtigen Kleb- und Tauschrausch, während die grösseren etwas gelangweilt an einem Hamburger kauen.

Sammelfieber lanciert

«So etwas kann man nicht jedes Jahr machen», ist Christian Stecher klar. Eine schöne Erinnerung ist das Album allemal. An einem Wochenende hat Fotografin Claudia Möri praktisch alle 250 Spieler vor die Linse bekommen. Stecher: «Mancher sieht besser aus als in der Realität; ich auch!»

Dank Sponsoren, die im Album erscheinen, ist die Auflage bezahlt. Der Präsident rechnet mit einem Gewinn «im mittleren vierstelligen Bereich». Und was sagt ein Vater zur Aktion, die er ja mit finanziert? Ital von Reding: «Ich finds besser als die Panini-Bilder: Das Geld kommt dem Verein zu Gute.»

400 Alben und 10 000 Sticker haben die Müheler drucken lassen. Nachdruck jederzeit möglich. Man kriegt die Bildchen – ein Franken kostet das Fünferpäckli – in der Metzgerei Berchtold, in der Papeterie Dietiker, bei der Garage Lüscher und bei den Trainern. Nico Rykart auf jeden Fall ist «angefixt»: «Ich möchte das Album voll bringen.» 289 Bilder brauchts.