In einem Punkt waren sich die Müheler an der letzten Gmeind vom 18. November einig: Es braucht nach der Umstellung auf sechs Jahre Primarschule und drei Jahre Oberstufe dringend neuen Schulraum. Und das lässt sich Muhen einiges kosten: Der Kredit über 23 Millionen Franken für ein neues Schulhaus mit Doppelturnhalle und einen Doppelkindergarten wurde bewilligt. Dafür musste der Steuerfuss um fünf Prozent angehoben werden.

Nun ist man einen Schritt weiter: Die Profilstangen sind aufgestellt, und seit dem 3. Februar liegen die Projektpläne öffentlich auf. Entworfen wurden sie vom Sieger des Projektwettbewerbs, dem Generalplanerteam unter der Federführung der Stoos Architekten AG aus Brugg. Bauherrin ist die Einwohnergemeinde Muhen. Die Auflagefrist läuft bis zum 6. März.

Das Projekt sieht vor, dass das Schulhaus «Süd» und die Mehrzweckhalle abgerissen werden. Die Neubauten entstehen an ihrer Stelle. Allerdings leicht verschoben, näher in Richtung des Schulhauses Nord. Dadurch eröffnet sich in Richtung Bahnlinie neuer Raum für Aufenthalts- und Spiellandschaften unter Baumkronen. Kinderfreundliche und attraktive Aussenräume mit viel Grün sind das Ziel.

Turnhalle soll Events anlocken

Das neue Schulhaus hat eine Grundfläche von gut 1800 Quadratmetern und bietet Platz für 225 Schüler. Im Obergeschoss entstehen neun Schulzimmer, vier Gruppenräume, ein Musikzimmer und WC-Anlagen. Darunter liegt die Doppelturnhalle, die sich über Erd- und Untergeschoss erstreckt. Die anschliessende Bühne, die Küche und das Foyer ermöglichen die Durchführung von Veranstaltungen ausserhalb der Schulzeit. 750 Personen haben in der Halle Platz. Genug, um grössere Events anzulocken – ein explizites Ziel der Gemeinde. Das Gebäude ist dank eines Liftes barrierefrei zugänglich.

Neu entstehen auch zwei gedeckte Pausenbereiche: östlich in Richtung Bahnlinie und am Schulhaus Nord. Anstelle des roten Hartplatzes wird ein neuer Allwetterplatz mit wasserdurchlässigem Kunststoffbelag verlegt.

Für das Schulhaus sind 20,7 Millionen Franken budgetiert. 2,3 Millionen Franken soll der neue Doppelkindergarten kosten. Läuft der Bewilligungsprozess ohne Verzögerungen, können die Arbeiten schon diesen Sommer beginnen. Im Idealfall wären die neuen Räume im Sommer 2019 bezugsbereit.

Ex-Wirt wird Hauswart

Als Übergangslösung hat die Gemeinde per 1. Januar 2017 den Gasthof «Waldeck» gemietet. Drei Schulklassen sollen hier unterkommen, bis das neue Schulhaus steht. Das Umnutzungsgesuch liegt bis zum 20. Februar öffentlich auf; rund 100 000 Franken sollen die Umbauten kosten. Der Zeitplan ist sportlich: Bis August 2017 soll der Umbau fertig sein, damit die Schüler einziehen können. Eines bleibt beim Alten: Die «Waldeck» bleibt in der Obhut von Roland Heinrich. Der ehemalige Wirt übernimmt das Amt des Hauswartes.