Muhen

19-Jähriger leidet unter Knieschmerzen nach Töffunfall – die Suva zahlt trotzdem nicht

Mit seinem 50-Kubikmeter-Motorrad verunfallte der junge Dominic Badrutt. (Symbolbild)

Mit seinem 50-Kubikmeter-Motorrad verunfallte der junge Dominic Badrutt. (Symbolbild)

Nach einem schweren Motorradunfall leidet ein 19-Jähriger unter Knieschmerzen, doch die Unfallversicherung Suva weigert sich, den Fall zu übernehmen. Dies ist kein Einzelfall, wie ein Anwalt bestätigt.

Dominic Badrutt wird gleich doppelt bestraft: Erst verletzt er sich bei einem Unfall im Juni 2015 schwer, weil ihm ein Auto den Weg abschneidet und er in der Folge mit etwa 50 Stundenkilometern gegen dessen Seiten kracht. Neben Prellungen und Schürfungen am ganzen Körper bleiben auch starke Schmerzen im linken Knie zurück; das hintere Kreuzband ist gerissen, wie sich später herausstellt.

Doch damit nicht genug: Obwohl ihm ein Spezialist der Rennbahnklinik in Muttenz bestätigt, dass der Kreuzbandriss mit "überwiegender Wahrscheinlichkeit" auf den Unfall zurückzuführen sei, weigert sich die Schweizerische Unfallversicherung Suva gemäss dem SRF-Konsumentenmagazin "Espresso", den Fall zu übernehmen. Es sei nicht erwiesen, dass ein "Kausalzusammenhang" bestehe – also dass die Verletzung vom Unfall her stammt.

Nicht aufgeben

Selbst nach erneuter Beschwerde der Familie schaltet die Suva weiterhin auf stur. In der Not übernahm die Krankenkasse einen Teil der Kosten; den Selbstbehalt muss die Familie zahlen. "Uns geht es nicht ums Geld. Wir wollen einfach, dass wir von der Suva fair behandelt werden", sagt die Mutter des 19-Jährigen gegenüber "Espresso".

Gemäss Rechtsanwalt und Sozialrechtsspezialist Ueli Kieser ist dies kein Einzelfall: Die Unfallversicherungen versuchen immer wieder, Fälle auf die Krankenkasse abzuschieben und sich so aus der Verantwortung zu stehlen. Als Motiv gibt er an, dass die Leistungen der Unfallversicherungen viel umfangreicher und dementsprechend teurer seien. Während die Krankenkasse nämlich nur die Heilbehandlung zahlt, übernimmt die Suva die ganze Behandlung, Taggelder und unter Umständen sogar eine Rente. Kieser rät der Familie von Badrutt nicht aufzugeben, denn auch er sieht die Suva in diesem Fall in der Pflicht.

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