Eine Kleidertausch-Party ist der perfekte Anlass, den Kleiderschrank auszumisten. Auch für Franziska Stöckli. Als eine der rund zehn Frauen des «Gym-Fit Leerau», die den Kleidertausch organisieren, ist sie selbstverständlich mit dabei. Deshalb hat die 44-Jährige bereits einige Zeit vor der Party vom vergangenen Freitagabend ihren Kleiderschrank genau unter die Lupe genommen.

«Ich habe jedes Teil probiert», erzählt sie. «Was ich vor einem Jahr noch behalten, aber nie getragen habe, kam jetzt auf die Beige mit den Sachen für die Kleidertausch-Party.» Auch Kleidungsstücke, die sie letztes Jahr auf der Party gefunden und freudig mitgenommen, dann aber doch nie angezogen hatte, kamen in den Sack. «Von vielen Stücken wusste ich nicht einmal mehr, dass ich sie habe», sagt Franziska Stöckli lachend. Als Motivation machte sie vor und nach dem Ausmisten Fotos von ihrem Kleiderschrank und freute sich über die aufgeräumten und übersichtlich geordneten Tablare.

Eine besondere Leidenschaft hat die Kirchleerauerin für Schals, die früher an der Innentüre des Kleiderschranks hingen. Sie wollte auch diese Accessoires gründlich ausmisten, konnte sich aber nur gerade von zwei Stücken trennen. «Doch die übrigen habe ich nun in einer Kiste verstaut und kann die Schranktüre wieder schliessen», erzählt sie stolz.

Ein weiteres Lieblingsstück von Franziska Stöckli ist eine braune Lederjacke, die sie zwar nicht mehr trägt, aber doch noch nicht weggeben kann. Noch eine Woche vor der Kleidertausch-Party war sie unschlüssig, ob sie sich von der Jacke trennen kann oder nicht. Schliesslich blieb das gute Stück doch zu Hause und erhält für ein weiteres Jahr die Chance getragen zu werden.

Andere Secondhand-Veranstaltungen besucht Franziska Stöckli nicht, doch an der Kleidertauschparty wird sie regelmässig fündig. «Vor drei Jahren habe ich hier meine absoluten Lieblings-Jeans gefunden», sagt sie.

150 Frauen tauschten Kleider

Am Freitagabend betreute Franziska Stöckli die Kasse der Kleidertausch-Party. Jede Besucherin bezahlte zehn Franken, erhielt dafür ein Cüpli, durfte ihre eigenen Kleider aufhängen und neue mitnehmen. Mit rund 150 Eintritten war der 6. Kleidertausch wiederum ein grosser Erfolg. Franziska Stöckli hatte sich vorgenommen, heuer möglichst wenig neue Stücke heimzunehmen, um den aufgeräumten Kleiderkasten nicht gleich wieder zu füllen. «Aber ein Paar Schuhe habe ich gefunden», berichtet sei im Nachhinein. «Und ich habe zudem einem Schal ein neues Zuhause gegeben.»