139 Jahre alt ist die Kapelle der Chrischona-Gemeinde in Reinach. Rund 120 Gottesdienstbesucher finden sich hier jeden Sonntag ein. Das bestehende Gebäude biete zwar genug Platz für alle Besucher, allerdings sei der Raum für gemeinsame Aktivitäten rund um den Gottesdienst und die Kinderbetreuung beschränkt, sagt Andreas Ruh, Leiter der Chrischona Reinach. Ausserdem werde es im Winter empfindlich kalt in der alten Kapelle, und rollstuhlgängig sei sie auch nicht.

Es ist also höchste Zeit für einen Umbau. Bereits seit 15 Jahren überlegt sich die Chrischona Reinach, wie man die altgediente Kapelle renovieren kann. «Wir sind allerdings zum Schluss gekommen, dass ein Umbau sehr teuer und aufwendig wird», so Ruh. «Deshalb haben wir uns entschlossen, ein neues Gemeindezentrum neben dem alten Gebäude zu errichten.» Die alte Kapelle werde dann nach Beendigung der Bauarbeiten abgebrochen.

Bewilligung vom Kanton nötig

Das Baugesuch für das neue Gemeindezentrum der Chrischona wurde am 8. März von der Gemeinde Reinach publiziert. «Bis der Gemeinderat das Baugesuch bewilligen kann, dürfte es allerdings noch länger dauern», sagt Philipp Rüber, Leiter Bau und Planung bei der Gemeindeverwaltung Reinach. Weil das geplante Gemeindezentrum der evangelischen Freikirche an der Kantonsstrasse liegt, sei das Bauvorhaben vom aktuellen Verkehrs-Erschliessungsplan des Kantons für Reinach betroffen. «Wir müssen deshalb zuerst den Entscheid des Kantons abwarten, bevor wir das Baugesuch der Chrischona bewilligen können», sagt Rüber. Das könne unter Umständen noch bis Ende Mai oder länger dauern.

Der kantonale Erschliessungsplan beinhaltet unter anderem den Bau eines Trottoirs vor dem neuen Gemeindezentrum.

Anonyme Spender

Die Eröffnung des Chrischona-Neubaus ist für das Jahr 2017 vorgesehen. Finanziert wird das Gemeindezentrum durch Spendenbeiträge, die grösstenteils anonym getätigt werden. Über die letzten 15 Jahre hinweg haben die rund 130 Mitglieder der Chrischona Reinach in einen Baufonds einbezahlt, der unterdessen auf 1,8 Millionen Franken angewachsen ist. Hinzu kommt laut Andreas Ruh noch der Erlös von einer halben Million Franken aus einem Gebäudeverkauf. Die Gesamtkosten des Neubaus belaufen sich auf 4,2 Millionen Franken. Die Hälfte davon muss beim Baustart vorhanden sein, der Rest wird nachträglich abbezahlt.

Im Obergeschoss des neuen Gemeindezentrums wird sich der Saal für den Gottesdienst für 220 bis 230 Personen befinden. Gleich daneben ist eine Cafeteria geplant. «In der Chrischona-Gemeinde ist der Aspekt der Gemeinschaft sehr wichtig», sagt Ruh. Die Mitglieder der evangelischen Freikirche sollen auch ausserhalb des Gottesdienstes zusammensitzen und einen Kaffee trinken können.

Parallel zu den Gottesdiensten am Sonntag bietet die Chrischona ein Kinderbetreuungsprogramm mit unterschiedlichen Aktivitäten für die verschiedenen Altersgruppen an. Die 40 bis 50 betreuten Kinder sind momentan noch in einem Nachbargebäude untergebracht. Im neuen Gemeindezentrum sind im Untergeschoss verschiedenen Räumlichkeiten für die Kinderbetreuung vorgesehen. Im Obergeschoss gibt es zudem eine Kleinkinder-Hüeti.

Nutzung auch durch Private

Damit das Gemeindezentrum der Chrischona unter der Woche nicht leer bleibt, werden die Räumlichkeiten auch für öffentliche oder private Anlässe zur Verfügung gestellt. «Wir haben zwar noch keine fixen Nutzungsverträge abgeschlossen, sind aber offen für allfällige Anfragen», sagt Ruh.