Hirschthal
14 Tage unterwegs ohne Handy und einem grossen Essvorrat

Vier Suhrentaler erzählten in der Biberburg von ihren kanadischen Kanu-Abenteuern.Die vier Männer zeigten Bilder von der ersten Reise 2007 und derjenigen im September des letzten Jahres. Und sie erzählten von der akribischen Vorbereitung.

Peter Weingartner
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Vier Suhrentaler als Abenteurer unterwegs
7 Bilder
Paddeln in der Wildnis
Lagebesprechung
Die Abenteurer haben am Ufer angelegt
Die Abenteurer haben am Ufer angelegt
Die vier Abenteurer...
...auf hoher See

Vier Suhrentaler als Abenteurer unterwegs

Zur Verfügung gestellt

Portemonnaie, Uhr und Telefon abgeben und 14 Tage nichts mitbekommen vom Weltgeschehen. Aber auch nicht von der Familie. Urs Gsell und Roland Lüscher aus Hirschthal, Daniel Lüthi aus Holziken und Martin Kyburz aus Muhen haben sich nicht in ein Kloster zurückgezogen. Sie fassten zwei Kanus und paddelten auf den Flüssen und Seen der kanadischen Wildnis herum, völlig auf sich gestellt, ausgeliefert den Launen der Natur. Am Mittwochabend machten sie an einem Vortrag etliche Besucher der Biberburg gluschtig.

Echte Biberburgen

Die vier Männer zeigten Bilder von der ersten Reise 2007 und derjenigen im September des letzten Jahres. Und sie erzählten von der akribischen Vorbereitung: Kleider, Esswaren, Apotheke. 70 Kilogramm Nahrungsmittel, wobei sie das Brot jeweils frisch buken.

«Das ist mein Bild», sagte Roland Lüscher: Es zeigt ihn mit Gsell vor einer riesigen Biberburg. Solche sind noch mehrere zu sehen, aber auch die Dämme, über welche die Abenteurer ihre Boote manchmal schleppen mussten. Landschaftsbilder von atemberaubender Schönheit, daneben der Alltag der Camper, die jeden Tag einen neuen Platz zum Übernachten suchen und öfters Boote und Gepäck buckeln mussten: Portagen, wenn der Wasserweg gefährlich oder unmöglich war.

Hasardeure sind sie nicht, zumal Lüscher den Bären nicht traut: Die Esswaren müssen auf die Bäume; die verschwitzten Kleider gehören nicht ins Zelt. «Keine Motorgeräusche, nichts Zivilisatorisches: Da werden Instinkte wieder wach, du nimmst Gerüche wahr, von Elchen zum Beispiel», sagt Gsell. Wache Sinne schärfen die Wahrnehmung, und die Suhrentaler liessen das Publikum teilhaben am Gesang des Loon, des Eistauchers, aber auch das Heulen der Wölfe beeindruckte, und man kann sich vorstellen, wie sich angesichts dieses Gesangs die Haare der Suhrentaler in ihren Zelten, bei aller Faszination und dem guten Gefühl, so etwas erleben zu können, gesträubt haben.

Fondue in der Wildnis

Betörend: die Farben der Laubhölzer im Indian Summer. Auch Tieren begegneten sie: einem Elchpaar, dem Weisskopfadler, einem Schwarm Kanadischer Gänse und einem Schwarzbär. Auf der Tour 2007 hätte ein Sturm die Boote zerstören können; auf der Tour 2011 haben in unmittelbarer Umgebung Waldbrände gewütet. «Man weiss nie, was einen erwartet», umschreibt Gsell den Reiz einer solchen Reise. Das kann auch etwas ganz Positives sein, wie das Fondue, das Kyburz ins Gepäck geschmuggelt und eines Abends gekocht hat.Vierjahresrhythmus

Vierjahresrhythmus

Angefixt? Werner Bohren aus Gränichen hat der lockere Vortrag, mit Humor gespickt, durchaus gluschtig gemacht. Seine Gegend, umherunterzufahren, sind bislang die Alpen. „Am meisten Respekt hätte ich vor dem Navigieren, vor der Orientierung in dieser unbesiedelten Gegend, wo vieles ähnlich aussieht", sagt er. Wer weiss, vielleicht bringt ihm Urs Gsell bei, wie man sich mit Kompass und Karte orientiert. Gsell und seine drei Kanugesellen jedenfalls machen weiter, im Vierjahresrhythmus. Die nächste Auszeit zum „Abefahre" ist auf 2015 angesagt.

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