Kreisschule aargauSüd

1000 Schüler aus 11 Gemeinden: So bereitete der Schulleiter die XXL-Fusion vor

Joachim Redondo im Sitzungszimmer des Reinacher Schulhauses Unterdorf.

Joachim Redondo im Sitzungszimmer des Reinacher Schulhauses Unterdorf.

Die Kreisschule aargauSüd hat ab August fast 1000 Schüler. Mittendrin ist Schulleiter Joachim Redondo.

Nach den Sommerferien werden 930 Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler aus dem Wynen- und Seetal das Schuljahr in einer neuen Schule beginnen. Aus den ehemaligen Kreisschulen «Mittleres Wynental», «Homberg» sowie der Schule Menziken sind sie am 3. Juli in die Ferien gestürmt, fünf Wochen später treten sie über die Schwelle der Kreisschule aargauSüd.

Schulleiter für die Jugendlichen aus elf Gemeinden von Teufenthal bis Menziken (plus Birrwil und Beinwil am See) ist Joachim Redondo. Bereits seit dem formellen Kreisschulstart am 1. Januar ist der studierte Sekundarlehrer in seinem Büro im Reinacher Schulhaus Unterdorf tätig. Für aargauSüd, kantonsweit einer der grössten Oberstufen-Kreisschulen, hat er von seinem Posten als Schulleiter an der Primarschule Nebikon LU ins Wynental gewechselt.

Ein halbes Jahr hatte er Zeit, um alles für den Schulstart vorzubereiten – seit Mitte März unter den erschwerten Coronabedingungen. «Ohne das grosse Engagement der Lehrpersonen, der Schulverwaltung, der Behörden und der Unterstützung der Eltern wäre das unmöglich gewesen», sagt er heute. Am 10. August gilt es ernst: Er muss aus drei eins machen, muss die fast 1000 Schüler und 124 Lehrpersonen aus drei verschiedenen Schulkulturen unter einem Kreisschuldach vereinen.

Der Lockdown hatte auch sein Gutes

Wie schafft es Redondo, dass an der neuen Schule ein Wir-Gefühl einkehrt? «Durch steten Austausch und Aufeinanderzugehen», sagt er. «Damit wir bei einem Thema einen gemeinsamen Nenner finden, müssen wir darüber diskutieren, und das bedeutet auch, aufeinander zu hören und Rückmeldungen in die Lösungsfindung einzubeziehen», sagt er beim Gespräch mit der AZ im obersten Stock des Reinacher Schulhauses Unterdorf. Es müsse eine gemeinsame Kultur und Struktur aufgebaut, eine einheitliche Schulentwicklung geplant werden.

Das sei eine grosse Herausforderung, in die sich Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schulleitung jeden Tag von Neuem reinknien müsse. Eine gute Vorarbeit hat in den letzten Monaten ausgerechnet der coronabedingte Ausnahmezustand geleistet. «Durch die plötzliche Umstellung auf Videokonferenzen und eine digitale Zusammenarbeit sind wir alle zusammengewachsen», sagt Redondo. Als Nebeneffekt habe diese Phase deutlich gemacht, wie wichtig die Digitalisierung sei. «Man darf Digitalisierung in der Schule nicht weiter so stiefmütterlich behandeln wie in der Vergangenheit», so der Schulleiter.

Auch die Schüler werden mit einbezogen

Die Schüler werden beim Zusammenwachsen zu aargauSüd ebenfalls mit einbezogen. Für den Schulleiter eine Selbstverständlichkeit, obschon dies ob der Grösse keine einfache Aufgabe ist. Die Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler dürfen sich etwa zum gemeinsamen Schulreglement äussern, das im Schuljahr 2021 die heutige Version ersetzen soll.

Die junge Kreisschule musste sich im letzten Halbjahr auch mit dem heiklen Thema «Schulweg» und Klasseneinteilung auseinandersetzen. «Ich bin selber Vater und kann auch aus Schulleiter-Erfahrung sagen, dass der Schulweg immer ein sensibles Thema ist», so Redondo. Die Zuständigen für die Klasseneinteilungen hätten es sich nicht leicht gemacht.

Verpflegung über Mittag ist gesichert

«Trotzdem ist es leider nie möglich, es allen recht zu machen.» Die Eltern der Oberstufenschüler seien im Vorfeld über die Situation zur Zuteilung der Schulstandorte informiert worden. Für Sechstklässler, die nach den Sommerferien zu aargauSüd wechseln, wurde der entsprechende Infobrief mit der Klasseneinteilung Mitte Mai verschickt. «Die Kreisschule hat vonseiten der Eltern zum Start viel Vertrauen genossen», sagt Redondo zusammenfassend. Das sei nicht selbstverständlich, wenn man als neuer Schulleiter starte.

Und wie verpflegen sich die Jugendlichen über Mittag, die neu einen längeren Schulweg haben? «Grundsätzlich gehen sie zum Mittagessen nach Hause», sagt der Schulleiter, «wenn dies aber nicht geht, können wir Hand bieten.» In Menziken gibt es etwa einen Aufenthaltsraum im Schulhaus, der für die betreffenden Schülerinnen und Schüler eingerichtet wurde.

Was ab dem neuen Schuljahr anders ist

Das ändert mit der Kreisschule aargauSüd: Die Bezirksschulklassen aus Menziken gehen nach Reinach, dafür wechseln die Klassen aus Gontenschwil für ihr letztes Schuljahr nach Menziken. Eine Sekundarklasse mit Reinacher Schülern wird im neuen Schuljahr auch in Menziken unterrichtet.

Gontenschwil ist ab dem Schuljahr 20/21 kein Oberstufenstandort mehr (und ist nicht der Kreisschule beigetreten). Die Schüler werden gleichwohl in die neue Kreisschule gehen.

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