Taxi-Räuber
Wohler Taxiräuber schlugen wieder zu

Die Überfälle auf Taxis nehmen kein Ende. Am Wochenende wurde in Wohlen und in Menziken ein Taxi überfallen. Die Polizei sucht noch nach der Täterschaft.

Andrea Marthaler
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azNetz

Wieder wurde in Wohlen ein Taxi überfallen. Die Täter gingen nach demselben Schema vor wie vor einer Woche. Einer bestellte nachts am Bahnhof Bremgarten ein Taxi und liess sich in ein Wohnquartier in Wohlen fahren. Der Komplize wartete am Zielort, wo sie gemeinsam den Fahrer ausraubten.

Urs Lehmann, bei dem die beiden ausgeraubten Taxifahrer unter Vertrag sind, geht davon aus, dass dieselben Täter am Werk waren: «Es stimmt alles überein.

Die Täter sahen gleich aus. Beide Male hat einer mit einer weissen Jacke das Taxi am Zielort erwartet.» Auch die Kantonspolizei geht davon aus, dass es sich um dieselben Täter handelt, kann dies jedoch noch nicht bestätigen.

Der Fahrgast war ein unauffälliger junger Mann. Dem Taxifahrer Daniel Rittiner kam er nicht verdächtig vor: «Er roch nicht nach Alkohol oder Zigaretten und sprach einwandfrei Schweizerdeutsch.»

Erst am Zielort, als der Fahrgast lange nach seinem Portemonnaie suchte und schliesslich mit seinem Kollegen telefonierte, wurde Rittiner nervös.

Doch da war es schon zu spät. Der Rest ging blitzschnell: Ein Mann mit einer weissen Jacke tauchte auf. Pfefferspray traf Rittiners rechtes Auge.

Er stieg aus, liess den Motor laufen und flüchtete. Als die beiden die Verfolgung aufnahmen, liess Rittiner sein Portemonnaie mit fast 700 Franken fallen und rannte weiter. Die Täter nahmen das Geld und verschwanden.

Nachts fährt er nicht mehr Taxi

Vom Taxifahren hat Rittiner vorerst genug. «Es ist mir zu gefährlich. Nachts werde ich nicht mehr Taxi fahren.» Besonders zu denken gibt ihm, dass erst in der Nacht von Sonntag auf Montag in Menziken ein weiterer Taxifahrer überfallen worden war. «Vorher dachte ich, ein Überfall auf Taxis gibt es alle zehn Jahre.

Jetzt gehe ich davon aus, dass es Nachahmetäter geben wird.» Auf den Lohn als Taxifahrer ist Rittiner zum Glück nicht angewiesen. Er ist 65, pensioniert und machte die Taxiprüfung aus Freude. Erst vor drei Wochen trat er seinen ersten Dienst an. Am Mittwoch wäre er wiederfür einen Nachteinsatz eingeteilt, doch diesen sagte er ab.

Die Angst fährt jede Nacht mit

Beim Taxiunternehmen Lehmann fürchtet man sich vor einem dritten Überfall. «Keine Nacht ist mehr sicher», betont Urs Lehmann. «So zu arbeiten, ist schrecklich. Doch wir können nichts dagegen machen.»

Das weiss auch Rittiner . Zwar habe er einen Pfefferspray bei sich gehabt, doch bis er reagieren konnte, war es schon zu spät. Er hofft jetzt, dass die Täter möglichst schnell gefasst werden.

Seinen Fahrgast würde er wiedererkennen: «Er war 18 bis 22 Jahre alt, zirka 1,75 m gross mit mittellangen, hellbraunen Haaren und einem rundlichen Gesicht.

Er trug eine Brille, eine braune Hip-Hop-Hose und eine beige Jacke.» Auch die Kantonspolizei sucht nach Hinweisen zur Tat. Augenzeugen können sich unter der Telefonnummer 056 200 11 11 melden.

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