Die Medienbranche ist sich Dynamik und Veränderung gewohnt. Auch die AZ Medien konnten seit ihrer Gründung 1996 schon zu einigen Einweihungs- oder Erneuerungs-Partys einladen. Doch einen so tief greifenden «inneren» und «äusseren« Neuanfang wie in diesem September 2010 feiert man wahrlich selten. Zu feiern galt es das nun fertig umgebaute, imposante Mediencenter in der Aarauer Telli, das fast 500 Menschen Arbeit bietet. Zu feiern galt es ein erneuertes Erscheinungsbild der Tageszeitungen, ein neues TV-Studio und einen total erneuerten Online-Auftritt. Und zu feiern galt es schliesslich den neuen Medienverbund mit dem blauweissen Logo «az», welches die bisherige Markenklammer «Mittelland Zeitung» ersetzt. Dem Verbund gehören sechs Tageszeitungen in fünf Kantonen an: az Aargauer Zeitung, Basellandschaftliche Zeitung, az Limmattaler Zeitung, az Solothurner Zeitung, az Grenchner Tagblatt und az Langenthaler Tagblatt.

Verleger Peter Wanner und CEO Christoph Bauer riefen, und gut 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Kultur, aus der Kommunikationsbranche, Freunde, Partner und Kunden des Hauses kamen gestern Mittag nach Aarau. Angeführt wurden sie von der höchsten Schweizerin, Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer Wyss, gefolgt von rund 15 weiteren National- und Ständerätinnen und -räten aus dem Einzugsgebiet, der Aargauer Grossratspräsidentin Patricia Schreiber, der Basellandschäftler Regierungsrätin Sabine Pegoraro sowie zahlreichen Stadt- und Gemeindeoberhäuptern. Eingeladen waren auch «unsere 100 Meinungsmacher», Persönlichkeiten aus allen Lebensbereichen aus den fünf Kantonen, die sich 2010 auf irgendeine Art um die Gemeinschaft verdient gemacht haben (sie werden der Leserschaft am Montag in einer separaten Beilage präsentiert).

Das neue Mediencenter hat sich nach dem Umbau schnell gefüllt – doch eine grosse Halle, in welcher noch vor kurzem grosse Bogenoffsetmaschinen Drucksachen produzierten, ist leer geblieben (Peter Wanner empfahl sie alsogleich als neue Event-Halle für die Kantonshauptstadt!). Dort empfing Moderator Marc Friedli, Geschäftsführer von Tele M1, die gut gelaunte Gästeschar. Wie meistens bei Medienanlässen dominierten Anzug und Krawatte vor Kleid oder Hosenanzug. Der Teppich war blau statt rot, Lichtführung und Blumenschmuck raffiniert, riesige Abluftrohre sorgten für ein noch erkennbares Industrie-Ambiente, einige glaubten sogar, noch den Geschmack von Druckerschwärze in der Luft wahrzunehmen.

Peter Wanner und Christoph Bauer stellten ihre Begrüssungsansprachen  unter das Motto «Vom Zeitungs- zum Multimedia-Haus». Die vielen Neuerungen seien Zeichen der Zuversicht auch in schwierigen Zeiten – man sei nun gerüstet für die digitale Zukunft. Der «wohl schönste Newsroom der Schweiz» (Wanner) sei Ausdruck der medialen Vernetzung: In ihm arbeiten Journalistinnen und Journalisten von Zeitungen, Fernsehen und Online. Die Zusammenarbeit beschränkt sich allerdings auf den Informationsaustausch und die Beschaffung von Nachrichten. «Konzernjournalismus» will man bei uns nicht betreiben.» Applaus auf offener Szene erhielten die Architekten Christian und Peter Frey, welche den nicht billigen, aber vollends gelungenen Umbau geplant und geleitet haben.

Nach dem kurzen «Festakt» erhielten die Gäste nicht nur zu trinken und in fantasievollen Häppchen zu essen, sondern auch die Gelegenheit, in geführten Gruppen das in der Theorie Vermittelte in der Praxis kennen zu lernen. Christian Dorer, Chefredaktor des Medienverbundes az, erklärte die komplexe parallele Produktion von insgesamt sechs Tageszeitungen. Stellvertreter Werner De Schepper und Online-Chef Rüdi Steiner demonstrierten, wie die Nachrichtenflüsse im Newsroom gesteuert werden. Ebenfalls zu staunen gab es einen Stock tiefer, wo Fernseh-Chefredaktor Stephan Gassner die High-Tech-Geräte in den topmodernen Studios und Produktionsräumen von Tele M1 demonstrierte.

Die meisten Gäste zeigten sich vom Einblick in die moderne Medienwelt beeindruckt.