Wetter
Winterdienste sind bereit für den ersten Schnee

Glaubt man den Meteorologen, erwartet uns ein frostiges Wochenende mit Schnee bis ins Flachland. Die Werkhöfe in der Region sind aber bestens vorbereitet, damit der Wintereinbruch auf den Strassen kein Chaos auslöst.

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Ganz so heftig wird es kaum: Schneeräumung in Wettingen im vergangenen Winter

Ganz so heftig wird es kaum: Schneeräumung in Wettingen im vergangenen Winter

AZ

«Wir sind gerade dabei die Fahrzeuge vorzubereiten», erklärt Marcel Acklin, Werkmeister in Aarau. Drei grosse und zwei kleine Räumfahrzeuge für die Trottoirs stehen bereit für den Einsatz am Wochenende.

Wenn der Schnee dann kommt, muss es schnell gehen. Die Einsatzpläne für den Winterdienst stehen schon. «Jeder weiss, wo er fahren muss. Die Hauptachsen haben Priorität. Dann kommen die Quartiere.»

Ausgelöst wird der Räumdienst je nach Wetterlage. Verantwortlich dafür ist der Pikettchef. Innert 30 Minuten nach Meldungseingang, ist das erste Team unterwegs, auch nachts.

Kanton

Für Räumung und Unterhalt des über 1000 Kilometer langen kantonalen Strassennetzes ist das Baudepartement zuständig. Eigentlich beginnt dort das «Winterprogramm» erst am 1. November. Die Vorbereitungen seien aber schon länger im Gang, so dass am Wochenende genügend Personal und Fahrzeuge bereit sind. «Das gehört halt zum Tagesgeschäft» meint Dominik Studer, Leiter der Abteilung Unterhalt im Departement für Bau, Verkehr und Umwelt, zum verfrühten Winterdienst.

Eigenverantwortung gefragt

Ähnlich sieht es in Baden aus. Wenn die Verhältnisse unklar sind, machen sich die Werkhofmitarbeiter auf Kontrollfahrten ein Bild vor Ort. «Kontrollfahrten sind Pflicht» erklärt der Badener Werkhofleiter Thomas Stirnemann.

Kontrolliert werden muss an verschiedenen Punkten. Die Badener Allemend etwa liegt etwa 150 Meter höher und ist damit exponierter. Grosses Kopfzerbrechen bereiten der Wintereinbruch den Schneeräumern allerdings noch nicht. «Selbst wenn der Schnee im ersten Moment liegen bleibt, ist er jetzt dank der Bodenwärme im Herbst schnell wieder weg.» Problematischer werde es erst wenn der Boden gefroren ist.

Es kommt vor, dass sich Verkehrsteilnehmer oder Fussgänger beim Werkhof melden, wenn ein Abschnitt nicht geräumt ist. Diesbezüglich appelliert Stirnemann an die Eigenverantwortung jedes einzelnen. «Die Erwartungshaltung ist wahnsinnig gross», findet er. Persönlich würde er auch ein Obligatorium für Winterpneus befürworten.

Reifenwechsel in letzter Minute

Tatsächlich kennt die Schweiz keine gesetzliche Pflicht für Winterreifen. Ganz im Gegensatz zu den Nachbarländern Deutschland und Frankreich. Wer im Winter aber mit Sommerreifen einen Unfall verursacht, wird unter Umständen haftbar gemacht. Auch eine Busse kann es geben, wenn wegen der unpassenden Bereifung der Verkehr behindert wird.

Die Wetterprognosen der vergangenen Tage sorgen dafür, dass die meisten Autofahrer freiwillig den Wintersatz aufziehen wollen. In den Garagen herrscht Hochbetrieb. So auch bei Pneu Egger in Aarau. «Sobald der erste Schnee gemeldet ist, geht es richtig los», heisst es auf Anfrage. Tatsächlich stehen selten so viele Fahrzeuge auf dem Parkplatz. Alle wollen sozusagen in letzter Minute ihr Fahrzeug noch wintertauglich machen. (cze)