Tierversuche
Wieso im Aargau mehr Tierversuche bewilligt werden

Der Veterinärdienst des Kanton Aargau hat 2010 im Vergleich zu 2011 spürbar mehr Bewilligungen für Tierversuche erteilt. Innerhalb eines Jahres stiegen sie um 21 Prozent. Auffällig ist, dass Versuche des Schweregrads 1 stark zugenommen haben.

Kim Ghilardi
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Im Aargau werden fast auschliesslich Mäuse und Ratten für Tierversuche verwendet. (Symbolbild)

Im Aargau werden fast auschliesslich Mäuse und Ratten für Tierversuche verwendet. (Symbolbild)

Keystone

Im Jahresbericht des Amts für Verbraucherschutz Aargau (AVS) von 2011 werden Jährlich die Kontrollen von Lebensmitteln, Trinkwasser und Chemikalien ausgewiesen. Ebenfalls enthalten im Bericht sind aber auch die Daten des Veterinärdienstes, der unter anderem auch Bewilligungen für Tierversuche aufzeigt.

Auffällig im diesjährigen Bericht, der wegen laufenden Meldepflichten um ein Jahr verzögert wird, ist der Anstieg von 3'742 auf 4'552 Tiere, die in einem der 32 bewilligten Tierversuche im Jahre 2010 eingesetzt wurden. Dies entspricht einer Zunahme von 21 Prozent.
Viele neue Bewilligungen
Erika Wunderlin, Kantonstierärztin vom Veterinärdienst des Kantons, warnt davor, die Zahlen überproportional zu bewerten. Der Grund für den prozentual hohen Anstieg sei, dass für einzelne Institute Neubewilligungen erteilt wurden. Waren es 2009 noch 24 wurden in der letzten Beobachtungsperiode 32 Bewilligungen erteilt. Dabei teilt das AVS die Tierversuche in vier Schweregrade ein, von 0 bis 3.

Der Grad 0 umfasst Versuche, die das Wohlbefinden des Tieres kaum beeinträchtigen, wie das Testen von Futterzusammensetzungen oder Forschung für die Landwirtschaft zum Zwecke der Haltunsgverbesserung, während Versuche des Schweregrads 3 grosse Belastungen mit andauerndem Leiden oder den Tod des Tieres nach sich ziehen.

Tierversuche nach Schweregrad 2010

Tierversuche nach Schweregrad 2010

AZ

Keine Versuche an höheren Säugetieren
Wunderlin erklärt weiter, dass im Aargau keine Versuche an höheren Säugetieren durchgeführt würden, ausgenommen davon sind aber Nutztiere wie Schafe, die aber meist für Haltunsgversuche mit niederem Schweregrad verwendet würden. Der grösste Teil der Versuchstiere sind Laborratten und Mäuse.

Bei diesen werden aber auch hochgradige Versuche durchgeführt, wie das Testen von Substanzen und das Einpflanzen von Sonden. Tierversuche dritten Grades würden im Aargau nicht durchgeführt. Tiere, die sterben, würden aber dort eingerechnet.

«Mann muss aber beachten, dass es sich hier um hochgezüchtete Tiere handelt, die zum Beispiel auch Herzschwächen entwickeln», sagt Wunderlin.

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