Wieder erreichbar
Nach stundenlangem Ausfall: Störung ist behoben und Notruf-Nummern 112 und 117 wieder in Betrieb

Die Notfallnummern 112 und 117 waren am Freitag während mehrerer Stunden nicht erreichbar. In den Aargauer Gemeinden wurden die Notfalltreffpunkte besetzt.

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Die Aargauer Gemeinden nahmen Notfalltreffpunkte in Betrieb.

TeleM1 / ArgoviaToday

In der Nacht auf Freitag ist es zu einer Störung bei der Notruf-Kommunikation gekommen. Die Störung brach laut der App «Alert Swiss» gegen 23.40 Uhr aus. Die erste Meldung kam aus dem Aargau. Betroffen sind aber nach aktuellem Stand mehrere Kantone, darunter auch Zürich, die beiden Basel, Luzern, Schaffhausen, Neuenburg und Tessin.

Später konnte die Swisscom Entwarnung geben: Die Situation habe sich stabilisiert. «Sämtliche Telefonieservices inklusive Notrufnummern sind seit 7:53 Uhr wieder vollumfänglich verfügbar», teilte das Telekommunikationsunternehmen mit. Die Fehlerquelle sei erfolgreich isoliert worden. Man arbeite weiterhin intensiv an der Analyse der Störungsursache und die Systeme würden weiterhin beobachtet.

Die Polizei rief derweil die Bevölkerung dazu auf, auf Testanrufe zu verzichten.

Alle Nummern für den Notfall auf «Alert Swiss»

Die Behörden in den Kantonen reagierten auf die Störung und hatten Alternativnummern eingeführt. Im Kanton Aargau wurden in den Gemeinden die Notfalltreffpunkte besetzt. In der ersten Zeit wurden diese durch die Feuerwehren betrieben, inzwischen wurden die Zivilschutzorganisationen aktiviert, welche die Treffpunkte betreuten. Diese werden nun wieder geschlossen, wie die Kapo auf Twitter mitteilt.

Auch über diese Notfalltreffpunkte konnten Notfälle gemeldet werden. 299 dieser Standorte gibt es im Kanton. Eine Übersicht auf die Standorte gibt es auf der Webseite www.notfalltreffpunkt.ch. Während der Störung konnte man sich im Notfall auch direkt an einen Polizeiposten wenden. Eine Übersicht mit allen aktuell gültigen Telefonnummern gibt es bei «Alert Swiss».

Der Tweet der Kapo Aargau vom Freitagmorgen:

Viele Behörden informierten über die Änderungen bei der Störung sowie Verhaltensempfehlungen zudem auf ihren Webseiten. Eine andere Möglichkeit zur Kontaktaufnahme bilden die Notrufsäulen auf den Autobahnen.

Ersatznummern auch für den Kanton Solothurn

Am Donnerstagmorgen meldet die Kantonspolizei Solothurn als erste via Mitteilung, dass die Störung der Notruftelefonie inzwischen behoben worden sei. Seit etwa 8 Uhr gingen Anrufe über 112, 117, 118 und 144 offenbar ohne Einschränkung in der Alarmzentrale des Kantons Solothurn ein.

Die Polizei bittet die Bevölkerung, von «Testanrufen» abzusehen und die Leitungen für echte Notfälle frei zu lassen.

Der Tweet von Donnerstag Nacht:

Am Freitagmorgen noch hatte die Swisscom mitgeteilt, dass Anrufe aufgebaut und nach wenigen Sekunden abgebrochen würden. Woran es lag, war lange unklar. «Die intensiven Analysen mit dem Lieferanten und daraus umgesetzten Massnahmen haben keinen gewünschten Erfolg erzielt», schrieb die Swisscom. Allerdings konnte die Ursache auf «ein Fehlverhalten innerhalb eines Data-Center-Netzwerks der Business VoIP-Plattform seitens Swisscom eingegrenzt werden».

In jüngster Zeit gab es bei der Swisscom immer wieder Störungen – auch mit Notrufnummern. Alleine im Frühjahr 2020 kam es zu vier landesweiten Pannen. Die Swisscom-Spitze musste sich daraufhin vor dem Parlament und dem Bundesrat erklären. (pit/abi)