AKW-Debatte

Wie sicher sind die AKWs Gösgen und Leibstadt?

Das Atomkraftwerk Gösgen

Das Atomkraftwerk Gösgen

Laut Gesetz muss ein Atomkraftwerk in der Schweiz ein Erdbeben der Stärke 7 aushalten. Diese Auflage werde erfüllt. Das sagte Georg Schwarz vom Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI. Politiker von links bis rechts äussern sich besorgt.

Georg Schwarz vom ENSI betonte gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn, die Schweizer Kernkraftwerke würden ein Erdbeben der Stärke 7 überstehen. Allerdings können neue Erkenntnisse dazu führen, dass Werke nachgerüstet werden. Die Erdbebensicherheit sei eine sehr komplexe Materie und sehr viele Faktoren spielten dabei eine Rolle, sagte Georg Schwarz zu Regionaljournal DRS..

Sicherheit der Atomkraftwerke wird ständig überprüft

Man überprüfe die Sicherheit immer wieder. In diesem Prozess habe man zum Beispiel entschieden, dass die Kernkraftwerke auf der Beznau mit neuen Notstrom-Gruppen ausgerüstet würden.

In Japan hatte das Beben eine Stärke von 9. Auf ein Beben dieser Dimension wären die Schweizer AKW also nicht vorbereitet. Der Unfall in Japan werde die Diskussion über neue Kernkraftwerke sicher beeinflussen, sagte die Aargauer FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger gegenüber der Agentur SDA. Eichenberger ist Präsidentin des Nuklearforums, das sich für die Kernenergie engagiert.

Auch bürgerliche Politiker sind besorgt

Auch die bürgerlichen Politiker Rolf Büttiker (Ständerat FDP Solothurn) und Pirmin Bischof (Nationalrat CVP Solothurn) äusserten sich kritisch. Gegenüber der Sendung Echo der Zeit sagten sie, man müsse die Anforderungen an die Sicherheit noch einmal prüfen. Die beiden Politiker sind auch Verwaltungsräte von Kernkraftwerken. Büttiker von Leibstadt, Bischof von Gösgen.

Auf der anderen Seite des Meinungsspektrums bezweifelt der grüne Aargauer Nationalrat Geri Müller die Aussage von Georg Schwarz vom ENSI. Seiner Meinung nach würden die ältesten AKW in der Schweiz - Beznau und Mühleberg - nicht einmal eine Erdbeben der Stärke 5 aushalten.

Debatte zur Atomenergie im Grossen Rat AG

Die Aargauer SP forderte am Sonntag einen Planungsstopp für neue Atomkraftwerke in der Schweiz. Die Partei teilte weiter mit, sie werde am Dienstag im Grossen Rat nicht auf die Beznau-Vorlage eintreten. Das Aargauer Parlament diskutiert am Dienstag nämlich eine Richtplan-Anpassung.

Diese ist notwendig für ein neues AKW auf der Beznau. Die Schweizer Demokraten haben am Montag einen Vorstoss im Parlament angekündigt. Sie wollen von der Aargauer Regierung wissen, wie man bei den Aargauer AKW auf Erdbeben vorbereitet sei. Nach den Geschehnissen in Japan ist eine erneute Grundsatzdebatte zur Atomenergie also programmiert.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1