Japan
Wie sich die Bevölkerung vor radioaktiven Stoffen schützen kann

Stets behauptete das ENSI, in der Schweiz herrsche keine Gefahr durch die AKW-Tragödie in Japan. Nun macht das ENSI doch mobil - mit Empfehlungen vor radioaktiver Strahlung.

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Radioaktive Strahlung aus Japan erreicht die Schweiz laut der Nationalen Alarmzentrale nicht (Symbolbild)

Radioaktive Strahlung aus Japan erreicht die Schweiz laut der Nationalen Alarmzentrale nicht (Symbolbild)

Keystone

Aus den beschädigten Reaktoren im japanischen Atomkraftwerk Fukushima treten radioaktive Stoffe aus. Die Bevölkerung muss im schlimmsten Fall versuchen, möglichst den Körper vor den gefährlichen Stoffen einer radioaktiven Wolke abzuschirmen. Die Stoffe können über viele Wege in den Körper gelangen.

Die Einwohner müssen beim Eintreffen der Wolke die Fenster verschliessen, die Klimaanlagen und Lüftungen ausschalten und sich wenn möglich in einen Schutzraum begeben, Dies sagte Roland Scheidegger, Strahlenbiologe des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (ENSI) zur Nachrichtenagentur SDA.

Leider gebe es viele Wege, wie radioaktive Stoffe wie das krebsauslösende Jod in den Körper gelangen können: Durch Einatmen, Berühren von verstrahlten Objekten, durch kontaminierte Nahrung oder eine Wunde in der Haut.

Sollte eine radioaktive Wolke austreten, müsse die Bevölkerung auf Anweisung der Behörden zum richtigen Zeitpunkt Kaliumiodidtabletten einnehmen, hält Scheidegger fest. Diese füllen die Schilddrüse mit nicht radioaktivem Jod. Die Schilddrüse nimmt dann kein radioaktives Jod mehr auf, was das Entstehen von Schilddrüsenkrebs verhindert.

Die Schweiz sei für diesen Fall mit Notfallplänen gerüstet, sagt Scheidegger. Der Bund oder die Nationale Alarmzentrale (NAZ) würden im Katastrophenfall die Schutzanweisungen herausgeben.

AKW-Angestellten droht Strahlenkrankheit
Am stärksten gefährdet sind die Personen im AKW und dessen unmittelbaren Umgebung, in Japan die AKW-Angestellten und Fachkräfte. Ihnen droht die akute Strahlenkrankheit, die zu Übelkeit, Schwindel und Kreislaufproblemen führt.

Dabei werden je nach Dosis das Knochenmark, der Verdauungstrakt und bei sehr hohen Dosen das Nervensystem angegriffen. Während Veränderungen des Blutbildes noch heilbar sind, sinkt bei hohen Dosen die Überlebenschance gleich null.

Die energiereiche Strahlung entsteht beim Zerfall der instabilen radioaktiven Stoffe. Man unterscheidet zwischen Alpha-, Beta- und Gamma-Strahlen. Vor Alpha- und Beta-Strahlen kann man sich schützen. Gamma-Strahlen können den Körper hingegen durchdringen und Zellschäden hinterlassen.