AKB
Wer wird der neue AKB-Chef?

Aargauer Banker können keinen Kronfavoriten für das Direktionspräsidium erkennen – spekuliert wird natürlich trotzdem.

Thomas Röthlin
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Wer neuer AKB-Chef wird, sei völlig unklar. Dies sagen unabhängig voneinander zwei Aargauer Banker – die als Geschäftsleitungsmitglieder beide dem Jobprofil entsprächen.

Die Nachfolge von Rudolf Dellenbach als Direktionspräsident der Aargauischen Kantonalbank (AKB) ist eine heiss diskutierte Personalie. Die Anfang 2015 neu zu besetzende Stelle ist ausgeschrieben, das Jobprofil abgesteckt. Neben der Lohnfrage interessiert vor allem eines: Wer wirds?

Die «Schweiz am Sonntag» hat sich in der Branche umgehört. Das Geschäftsleitungsmitglied einer Aargauer Bank sagt: «Wenn ich spekulieren sollte, wer infrage käme, so sehe ich im näheren Umfeld keine auffällige Persönlichkeit, die mir gerade ins Auge sticht.» Ein anderer Aargauer Spitzenbanker bezeichnet es als «schwierig», geeignete Kandidaten zu finden. Ein Dritter, Kadermitglied einer Regionalbank, weiss: «Die meisten Exponenten gehen von einer externen Lösung aus.» Der Lohndeckel bewirke, «dass vermehrt Kandidaten von Regional- und Kantonalbanken zum Zuge kommen könnten».

Hinter vorgehaltener Hand fallen ein paar Namen – als Erstes gleich ein einigermassen überraschender: Peter Bühlmann, CEO der Neuen Aargauer Bank (NAB). Die NAB ist mit ihrer leicht höheren Bilanzsumme und 34 Filialen (AKB: 31) die Mitbewerberin Nr. 1 der Kantonalbank. Doch warum sollte der unbestrittene NAB-Chef, 2012 von einem Ranking-Institut für seine Leistungen im Aargau zum «CEO des Jahres» gekürt, zur direkten Konkurrenz wechseln wollen? Am Lohn könnte es nicht liegen, verdiente Bühlmann im Jahr 2012 laut Finanzbericht doch 1,025 Mio. Franken. Jedoch: «Als Chef einer Bank, die zu 100 Prozent der Credit Suisse gehört, geniesst er wenig Freiheitsgrade», sagt der Banker über seinen Branchenkollegen, «bei der AKB könnte er viel unabhängiger agieren.»

Dies träfe auch auf Thomas Sommerhalder zu. Er ist Regionaldirektor Aargau-Solothurn der Grossbank UBS. Auch er rapportiert heute an den Paradeplatz und hätte als Kenner des stark segmentierten Aargauer Bankenmarkts wohl keine schlechten Karten. Als Quereinsteiger aus der Industrie weiss er zudem gut über die Bedürfnisse der Firmenkunden Bescheid. Schliesslich könnte er seine Führungserfahrung als CEO zweier mittelständischer Unternehmen in die Waagschale werfen. Fraglich ist hingegen, ob er eine Bank leiten will, die unter Beobachtung der Politik steht. Sommerhalder gilt als Kritiker von Kantonalbanken mit Staatsgarantie.

Der UBS-Regionaldirektor ist Aargauer – ein Kriterium, das laut des befragten Bankers bei der Besetzung des AKB-Chefpostens durchaus eine Rolle spielen könnte. Ein gebürtiger Seoner und ehemaliges AKB-Geschäftsleitungsmitglied ist der aktuelle Direktionspräsident der Schwyzer Kantonalbank Peter Hilfiker. Die Bank legt ihre Geschäftsleitungslöhne nur in globo offen – im Gegensatz zur Berner Kantonalbank. Der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Berner Kantonalbank, Hanspeter Rüfenacht, wohnt in Schöftland und bekam 2012 insgesamt 933 000 Franken vergütet. Der Preis für einen kürzeren Arbeitsweg wäre also ein Abstrich beim Lohn. Schliesslich hat der Lenzburger Andreas Buri bei verschiedenen Banken im Kader und als Chef gearbeitet, zuletzt bis im Sommer 2013 als Direktionsmitglied der Banque Algérienne du Commerce Extérieur in Zürich.

Ein Fragezeichen ist hinter den früheren Valiant-Bank-CEO Michael Hobmeier zu setzen. Er verliess die Regionalbank, die im Aargau inzwischen bis nach Baden vorgestossen ist, im Frühling 2013 völlig unerwartet – und wurde vom Finanzportal finews.ch hoch gehandelt: «Mit seiner Erfahrung und seinem Know-how dürfte Hobmeier zweifelsohne bei anderen Finanzinstituten willkommen sein.» Eine ebenbürtige Stellung scheint er bis heute aber nicht an Land gezogen zu haben.

Der AKB-Topjob ist mit «Direktionspräsident/in» überschrieben. Bekommen die 800 Mitarbeitenden am Ende eine Chefin? Denkbar wäre eine Rückkehr von Myriam Burtscher von der Zürcher Kantonalbank. Die Fislisbacherin leitete einst die UBS Aargau-Solothurn. Eine zweite Aargauer Bankerin ist Marianne Wildi, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Hypothekarbank Lenzburg. Die Kantonalbank ist für die «Hypi»-Chefin möglicherweise aber eine Nummer zu gross.