Weniger Bewohner, höhere Kosten

Wie das Pflegeheim Lindenfeld (Suhr) durch die Coronazeit kommt und wie gut das neue Demenzzentrum und die neue Küche funktionieren.

Urs Helbling
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Das Pflegeheim Lindenfeld hat 150 Betten. Zum Teil sind diese noch in Dreibettzimmern.

Das Pflegeheim Lindenfeld hat 150 Betten. Zum Teil sind diese noch in Dreibettzimmern.

Bild: uhg

138 Vollzeitstellen, 20 Millionen Franken Umsatz: Die Herausforderungen für das «Lindenfeld – Spezialisierte Pflege und Geriatrie» sind gross. Bisher ist man – dank allseitig grossen Einsatzes – gut durch die Coronazeit gekommen. Es gab vereinzelte positive Fälle beim Personal und jetzt einen bei einer Patientin, die Covid aus dem Spital ins Lindenfeld gebracht hat. Ihre Abteilung steht noch bis mindestens morgen Freitag unter Quarantäne. Alle Mitbewohner und die Pflegenden der Abteilung sind negativ getestet worden.

Früh Maskenpflicht und sehr viele Tests

Das Lindenfeld hat für das Personal nicht nur sehr früh die Maskenpflicht eingeführt, sondern testet auch sehr häufig: Allein in der zweiten Welle wurden bereits 200 Tests bei Mitarbeitern und 200 Tests bei Bewohnern gemacht. Aktuell gibt es kein Besuchsverbot (wie im Frühling), sondern Besuchseinschränkungen.

Die zusätzlichen Kosten für die Bewältigung von Corona sind erheblich, wie gestern Abend an der Abgeordnetenversammlung des Gemeindeverbandes (28 Verbandsgemeinden) erklärt wurde: Bisher sind 450000 Franken an zusätzlichem Personalaufwand (etwa wegen Krankheitstagen) und Sachaufwand angefallen. Gleichzeitig sank die Auslastung (per Ende Oktober) auf 87,6 Prozent. Budgetiert waren für 2020 insgesamt 92,4 Prozent, im Vorjahr erreicht wurden 88 Prozent. Das hat entsprechende Mindererträge zur Folge.

Mehr Lohn als Zeichen für das Personal

Corona hat aber nicht nur negative Folgen: Während des Lockdowns konnte relativ einfach Personal rekrutiert werden. An der gestrigen Versammlung wurde etwa das Beispiel des Clowns erwähnt, der mangels Auftrittsmöglichkeiten wieder in seinen alten Beruf zurückgekehrt ist.

Dem Personal gegenüber will der Verband, das hat er mit dem Budget 2021 gestern beschlossen, ein Zeichen setzen. Es gibt neben einer generellen Lohnerhöhung (0,5 Prozent, entspricht 59000 Franken) auch eine zusätzliche individuelle von total 100000 Franken.

Kampf gegen die Nicht-Zahler

Bei den Pensionstaxen, die als «konkurrenzfähig, aber im oberen Bereich» dargestellt wurden, gibt es vereinzelte kleine Erhöhungen. Damit auch wirklich bezahlt wird, werden neu Akontozahlungen (8000 Franken) verlangt. Ob die dann auch immer einzutreiben sind, wird sich weisen. Es gab offensichtlich zunehmend Leute, die sich zwei/drei Monate im Lindenfeld betreuen liessen, aber nie etwas zahlten. An der Versammlung war die Rede vom Erbenschutz, der von unseren Gesetzen ermöglicht werde.

Vor anderthalb Jahren ist das Demenzzentrum «Haus am Teich» eröffnet worden. Das Konzept sei ein Erfolg, hiess es gestern. Und die Bauabrechnung konnte ebenfalls positiv abgeschlossen werden. Der Kredit von 11,23 Millionen Franken wurde um 32983 Franken unterschritten. Und es wird von den Gemeinden Aarau, Buchs und Suhr noch Geld für die Altlastensanierung erwartet.

Essen ist dank eigener Küche günstiger als budgetiert

Eine Erfolgsgeschichte scheint auch die eigene Küche zu sein, die vor einem Jahr eingeweiht wurde und deren Schluss­abrechnung gestern ebenfalls bewilligt wurde (22892 Franken Überschreitung bei einem ­Kredit von 2,22 Mio. Franken). Der Personalbestand musste zwar leicht über den Plan auf­gestockt werden, doch hat sich die Abkopplung vom Kantonsspital (KSA) gelohnt – und zwar doppelt. Die Lindenfeld-Bewohner haben tendenziell an Gewicht zugelegt und die Kosten sind tiefer als erwartet: 31 Franken pro Person und Tag statt der budgetierten 33.50 Franken (KSA-Angebot 34 Franken).

Neben allen Schwierigkeiten rund um Corona musste das Lindenfeld auch noch unerwartet den Tod von Direktor Thomas Holliger im Juni bewältigen: Das ist, so betonte Verbandspräsident Beat Rüetschi, gut gelungen. Die Geschäftsleitung wurde auf drei Personen reduziert, neuer Vorsitzender ist Sven ­Egger.